Bahn frei für die neue Kita: Gemeinde Körle kauft Grundstück in der Ortsmitte

Pläne für die Körler Ortsmitte: Unter anderem soll hier ein neues Gebäude für die U3-Betreuung gebaut werden. Das entsprechende Grundstück kauft die Gemeinde der Firma Gewerbebau Rüttger ab. Foto: Archiv

Körle. Der Weg für die neue U3-Betreuung in der Körler Ortsmitte ist frei: Die Gemeinde wird der Melsunger Firma Gewerbebau Rüttger (GBR) dafür eine 700 Quadratmeter große Fläche an der Nürnberger Straße abkaufen.

Einer entsprechenden Vereinbarung haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend zugestimmt - allerdings mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung bei acht Ja-Stimmen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Greiner äußerte Bedenken gegenüber der Vereinbarung: „Man fragt sich, wer hier über den Tisch gezogen wird.“ Aus Greiners Sicht birgt die Vereinbarung mehr Vorteile für die GBR - und mehr Nachteile für die Gemeinde.

Vorgesehen ist, dass die Gemeinde der GBR das Grundstück in der Ortsmitte neben dem Tegut-Lädchen für 42 000 Euro abkauft. Auf dem Grundstück soll der Neubau für die U3-Betreuung entstehen, in dem voraussichtlich auch Platz für eine Arztpraxis sein wird.

Derzeit stehen auf dem Grundstück aber noch zwei alte Scheunen, die abgerissen werden müssen. Auch dafür wird die Gemeinde die Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro übernehmen. Sie erhält dafür vom Land Hessen aber einen Zuschuss von 12 000 Euro für die Dorferneuerung.

„Abrisskosten aufteilen“

„Die Kosten für den Abriss hätte man zwischen Gemeinde und GBR aufteilen können“, schlug Greiner vor. Schließlich profitiere die GBR von den Abrissarbeiten, führte Greiner aus: Das Unternehmen hat von der Gemeinde Körle den Architektenauftrag für das U3-Gebäude auf der dadurch freiwerdenden Fläche erhalten - ohne, dass der Auftrag vorher ausgeschrieben wurde.

Außerdem hat Architekt Wilmar Rüttger weitere Pläne für die Ortsmitte (siehe Hintergrund). Greiner sagte, er sei für das Projekt. Die neue Ortsmitte sei wichtig für Körle - insbesondere liege es ihm am Herzen, die ärztliche Versorgung mit der neuen Praxis zu sichern. Aber er habe sich gewünscht, dass die dafür anfallenden Kosten gerechter verteilt würden.

Bürgermeister Mario Gerhold widersprach Greiner. Man müsse froh sein, die GBR als zuverlässigen Partner für das Projekt Ortsmitte gefunden zu haben. Dass sich der bisherige Grundstückseigentümer an den Abrisskosten beteilige, sei unrealistisch: „Das hätte keiner mitgemacht“, sagte Gerhold, „dann hätten wir einpacken können.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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