Ortsbeirat ist dagegen

Bahn will Funkmast am Gensunger Bahnhof aufstellen

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An dieser Stelle soll der Mobilfunkmast gebaut werden: Ortsvorsteherin Heidi Folwerk fürchtet, dass der Gensunger Ortskern durch den 20 Meter hohen Turm verschandelt wird.

Gensungen. Ein 20 Meter hoher Mast, darauf eine fast ebenso hohe Antenne: Mitten im Gensunger Ortskern will die DB Netz AG einen Mobilfunkmast aufstellen. Das könnte den Felsberger Stadtteil verschandeln, fürchtet der Ortsbeirat und wehrt sich gegen das Vorhaben.

Der geplante Standort liegt auf der Felsberger Seite des Bahnhofsgeländes neben dem Technikgebäude. Dies geht aus Unterlagen hervor, die das Eisenbahnbundesamt dem Gensunger Ortsbeirat vorgelegt hat.

„Wir finden es unverschämt, dass wir erst jetzt gefragt werden, wo das Verfahren schon läuft“, sagt Ortsvorsteherin Heidi Folwerk. Das Eisenbahnbundesamt habe den Ortsbeirat zwar um Stellungnahme zu den Bauplänen gebeten. „Aber wir haben das Gefühl, das wir nur pro Forma gefragt werden“, erklärt Folwerk.

Dem widerspricht Heike Schmidt, Sprecherin des Eisenbahnbundesamtes. „Wir wägen die Interessen aller Beteiligten sorgfältig ab“, sagt sie. Die Einwendung des Ortsbeirats liege bereits vor, bestätigt Schmidt, und sei an die DB Netz AG weitergeleitet worden. „Diese muss als Bauherrin entscheiden, ob auch ein anderer Standort für den Mast infrage kommt“, sagt Schmidt.

Das Aufstellen des Mastes sei nicht vor 2014 oder 2015 geplant, sagte ein Sprecher der DB Netz AG. Man müsse nun erst die Einwendung des Ortsbeirats prüfen. Bis diese Prüfung abgeschlossen sei, könne ohnehin nicht gebaut werden. Der Funkmast ermögliche die Kommunikation zwischen Zug und Signal- und Leittechnik, erklärte der Sprecher.

Dass der Mast notwendig ist, sehen die Mitglieder des Gensunger Ortsbeirats ein. Sie stören sich nur an dem geplanten Standort. „Die Ortsmitte wird verschandelt“, fürchtet Folwerk, „ein solcher Mast würde hier alles überragen.“ Auch sei es schade, den riesigen Mast mitten auf den gerade erst neu gestalteten Bahnhofsbereich zu setzen. Stattdessen könne man den Mast zum Beispiel in Höhe der Verladestation Rhünda oder in Höhe des Gewerbegebiets aufstellen, schlägt der Ortsbeirat vor. Diese Stellungnahme hat der Ortsbeirat an das Eisenbahnbundesamt geschickt, eine Reaktion darauf gab es bislang noch nicht.

Die Ortsvorsteherin ist auch verärgert darüber, dass andere Umbauten auf dem Bahnhofsgelände auf sich warten lassen. „Das Technikgebäude gammelt vor sich hin“, sagt sie. „Dinge, die für die Kommune wichtig sind, werden nicht gemacht.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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