Schüler

Frieren an den Schienen: Langes Warten am Oberelsunger Bahnhof

Eisige Kälte am Bahnhof: Schüler aus Oberelsungen müssen bei einem Zugausfall frieren. Foto: Uminski

Zierenberg. Mehr als fünf Mal schon musste Hildegard Krüger ihre 11-jährige Enkelin Evelyn Rose diesen Winter am Oberelsunger Bahnhof abholen. „Der Zug kam entweder viel zu spät oder gar nicht“, sagt Hildegard Krüger.

Die Oberelsunger Schüler mussten auf dem Weg zur Schule nach Zierenberg bei Wind und Kälte warten und frieren. „Die Kinder müssen für den fünf Kilometer langen Schulweg insgesamt zwei Mal umsteigen“, betont die Oma der Fünftklässlerin. „Für so eine kurze Strecke ziemlich viel.“

Auch vor dem Hintergrund, dass für den Rückweg von Zierenberg nach Oberelsungen die Schüler mit einem durchgehenden Bus fahren können.

Das Problem sei der Hinweg. Mit dem Bus fahren die Schüler zum Oberelsunger Bahnhof, um dann mit dem Zug bis zur Haltestation Rosenthal in Zierenberg zu fahren - vorausgesetzt der Zug kommt.

Probleme mit Schnee

Sabine Herms, Pressesprecherin der NVV, weiß, warum es immer wieder mal im Winter zu Zugverspätungen- oder ausfällen kommen kann. „Flächendeckender Schneefall und Eis können die Weichen einschneien, die nicht mehr bewegt werden können.“

„Aber auch Probleme mit dem Stellwerk oder der Elektrik führen zu Verspätungen oder Ausfällen.“ Der NVV stehe aber ständig mit den Kollegen der Deutschen Bahn in Verbindung, die sich um die Qualität und Wartung der Schienen kümmern.

„Kulanzregelung“

Darüber hinaus wird sich die Situation ab dem Sommer verschärfen. Denn die Oberelsunger Grundschule Bärenbergschule soll geschlossen werden.

Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel, sagt, dass die Grundschüler mit einem Bus von Oberelsungen direkt zur Zierenberger Schule gebracht werden. „Das ist eine Kulanzregelung“, sagt der Pressesprecher.

Für die älteren Schüler wird sich nichts ändern. „Sicherlich können die Schüler bei einem Zugausfall mit dem Bus mitfahren“, sagt Harald Kühlborn. Primär aber stehe der Bus den Grundschülern zur Verfügung. Ein weiterer Bus, den die Schüler nutzen könnten, kann nicht finanziert werden.

Hoffen können die Zierenberger Schüler aus Oberelsungen aber auf den Fahrplanwechsel der NVV Anfang Dezember. Denn dann soll, nach Angaben von Harald Kühlborn, die Umsteigezeit zwischen Bus und Bahn in Oberelsungen entschärft werden. Bisher beträgt die Umsteigezeit nur drei Minuten.

von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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