Bahnstreik: Über 1000 saßen im Schwalm-Eder-Kreis fest

Schwalm-Eder. Der Berufsverkehr auf der Schiene lag lahm: In Folge von Warnstreiks bei der Bahn sind am Dienstagmorgen 1000 bis 1500 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis zu spät zur Arbeit oder zur Schule gekommen.

Diese Schätzung gab auf Anfrage der Nordhessische Verkehrsverbund NVV nach Ende der Streikaktion ab.

Betroffen waren die Fuldatalstrecke zwischen Guxhagen und Melsungen sowie die Main-Weser-Bahnlinie mit den Haltepunkten Treysa, Borken, Wabern und Gensungen. In der Zeit zwischen 6.45 und 8.30 Uhr konnten weder Züge noch Regiotrams fahren.

Ursache dafür waren Arbeitsniederlegungen in den Bahnstellwerken Körle und Baunatal-Guntershausen. NVV-Sprecherin Sabine Herms sagte, nach ihren Informationen seien die Zugführer der Cantus-Züge und Regiotrams regulär zum Dienst erschienen. Im Bereich der bestreikten Stellwerke hätten sie allerdings nicht weiterfahren können.

Kein Weiterkommen

Etliche Züge mussten warten, andere fuhren gar nicht erst los. Ab 6.45 Uhr war am Stellwerk in Guntershausen kein Weiterkommen mehr, nur vereinzelt wurden Züge durchgelassen - wie viele das waren, weiß der NVV nicht.

Zum Teil mehrere Stunden lang harrten frierende Pendler auf den Bahnsteigen aus - zum Beispiel in Wabern. Da der Bahnhof dort gerade umgebaut wird, kann man sich weder warm unterstellen noch einen Kaffee bekommen.

Am Bahnhof Treysa kam es bis etwa 8.30 Uhr zu Verzögerungen, die auch den Regionalexpress 30 zwischen Frankfurt und Kassel betrafen.

Für Reisende aus Richtung Bebra war die Fahrt mit dem Cantus einstweilen am Bahnhof Melsungen zuende, bis sich die Lage dort ab 8.45 Uhr wieder normalisierte.

Laut NVV-Sprecherin Sabine Herms sind auf der Fuldatalstrecke insgesamt zwölf Zugverbindungen ausgefallen oder verspätet gewesen. Zwischen Treysa und Kassel habe sich die Streikaktion auf acht bis zehn Züge ausgewirkt.

Ersatzbusse waren überfüllt

Mit zwei Ersatzbussen versuchte der NVV am Dienstagmorgen, die wartenden Menschen zwischen Melsungen und Kassel zu befördern. Allerdings wurden die Fahrzeuge so voll, dass sie jeweils etliche Pendler stehen lassen mussten und unterwegs auch keine weiteren Passagiere aufnehmen konnten. Die regionale Streik-Aktion „kam für uns genauso überfallartig wie für die Fahrgäste“, warb Sabine Herms vom NVV um Verständnis. Mehr Busse seien kurzfristig nicht zu bekommen gewesen.

Wer in Guntershausen festsaß, musste ohnehin warten, bis wieder Züge fuhren. Einen Ersatzverkehr gab es für die Strecke ab Treysa nicht. Manche Regiotrams der Linie 9 wendeten in Wabern und fuhren wieder zurück in die Schwalm.

Quelle: HNA

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