Arbeitskreis Festung: Ausstellung Wallgraben zog über 100 Gäste in die Kreissparkasse

Bald soll gebaggert werden

Die Ausstellungsmacher: (von links) Bernd Völker, Stefan Krumpholz, Dr. Simone de Santiago Ramos, Martina und Aribert Ley mit dem neuen Festungsmodell. Foto: Rose

Ziegenhain. Der Arbeitskreis Festung widmet dem Ziegenhainer Wallgraben ein Ausstellung in der Schalterhalle der Kreissparkasse: Historische Fotografien, Fundstücke, Presseberichte und Informatives haben die Mitglieder unter dem Vorsitz von Bernd Völker zusammengetragen. Gezeigt wird der Fundus noch bis zum 8. Mai.

Jetzt wurde die Schau eröffnet: Mehr als 100 Gäste bewegten sich bei Sekt und Selters zwischen den Schautafeln. Nach der Begrüßung durch Direktor Dirk Siemon lenkte das Saxophonquintett der Melanchthonschule unter der Leitung von Stefan Reitz den Blick auf leichte musische Unterhaltung, bevor sich Bürgermeister Dr. Gerald Näser in seiner Laudatio den etwas schwereren Themen widmete.

Erst das Festungsjubiläum habe den Wallgraben wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt, sagte Näser. Dabei habe er maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Stadt prächtig entwickeln konnte. Nach und nach entwickelte sich der Graben zur Naherholung: „Auf dem Wallgraben wurde Schlittschuh gefahren und am Ufer geangelt“, erinnerte sich auch Siemon.

Heute sei der Fall „historisch klar“, der Graben als Kulturdenkmal anerkannt. Im Mittelpunkt stehe aktuell die Entmunitionierung. Die Munitionsreste im Wallgraben seien überwiegend harmlos: Gewehre und Handgranaten. Einzig kritisch sei die Sprenggranate gewesen, die fachmännisch entsorgt wurde. Eine Gefahr für die Anwohner bestünde nicht - zumal die Munition in einer Umgebung frei von Sauerstoff läge. In der Zukunft werde „nass gebaggert“: „Dabei wird der Schlamm entfernt und wir bekommen hoffentlich ein intaktes Gewässer zurück“, sagte Näser. Im Frühjahr 2016 rechne er mit den ersten Versuchen. Hierbei sei mit Baustellenverkehr und auch Geruchsbelästigung zu rechnen.

Auch Bernd Völker unterstrich, wie sehr dem Arbeitskreis die Sanierung am Herzen liege. Die Ziegenhainer hätten viel ertragen müssen - das Fischesterben, das Umkippen des Grabens, die Verlandung. Nachdem Mitglied Aribert Ley das Festungsmodell nun fertig gestellt habe, stünde das nächste Projekt an: den Wallgraben virtuell wieder auferstehen zu lassen. Zum 25-jährigen Bestehen des Arbeitskreises ehrte Völker Mitgründer Traugott Heil für sein Engagement. Der pensionierte Arzt überraschte mit Plänen des Wallgrabens, die er aus Frankreich mitgebracht hatte.

• Geöffnet ist die Ausstellung Montag und Freitag von 9 bis 17 Uhr, Mittwoch von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags, 9 bis 18 Uhr

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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