Balkon zum Selbstbauen: Pfiffige Geschäftsidee von Wettesinger

Der Musterbalkon: Mario Fischer an dem von ihm und seinem Team entworfenen Balkon zum Selbstaufbauen. Das vordere Geländer soll bald mit Glas vervollständigt werden. Foto:  Renner

Wettesingen. Drei Jahre hat Mario Fischer an seiner Idee gefeilt: Der Konstrukteur aus Wettesingen hat einen Balkon entwickelt, den die Käufer selbst aufbauen.

Etwa anderthalb Tage dauere das mit zwei Personen, sagt Fischer. Schon vor Jahren hatte Mario Fischer einen Balkon aus Stahl und Kantteilen an ein Mietshaus gebaut. Für ihn kam damals die Frage auf: Wie kann man einen günstigen Balkon konstruieren? Schnell war klar: „Das größte Einsparpotenzial gibt es bei Material und Arbeitszeit“, sagt er. Am Computer tüftelte und berechnete er seine Idee. Das Ergebnis ist der Designbalkon, wie er ihn nennt.

Folie in Holzoptik 

Das Besondere daran ist: Den Balkon bekommen die Käufer zerlegt in Einzelteile, eine bebilderte Bauanleitung gibt es dazu. Der Aufbau dauert etwa anderthalb Tage, sagt Fischer - für durchaus begabte Handwerker. Jedes Einzelteil sei von einer Person zu tragen. Die Hilfsmittel, die man zum Aufbau braucht, werden in der Bauanleitung aufgeführt: Neben einer Leiter oder einem Gerüst gehören auch Stemmbohrer, Stichsäge, Hammer und Schraubzwinge dazu. Ein Blindnietsetzgerät kann man bei Fischers Firma MDF mieten.

Als Edelstahl-Version gibt es die Kantteile oder aus verzinktem Blech, das auch foliert werden kann, beispielsweise in Holzoptik. Der Balkon - 2,90 Meter breit, 2,40 Meter tief und 2,90 Meter hoch - steht entweder auf einer Betonplatte oder auf einzelnen Fundamenten. Mit Dübeln wird die Konstruktion im Boden befestigt. „Eine Baugenehmigung braucht man dafür nicht“, sagt der 46-Jährige. Eine Bauanzeige reiche aus.

Carport in Arbeit 

Sieben Quadratmeter groß ist die Balkonfläche nach dem Aufbau. „Weitere Größen gibt es auf Anfrage“, sagt der Wettesinger. Der Boden des Balkons kann mit Thermokiefer belegt werden, einem speziell behandelten Holz. Das sei wasserdicht und faule nicht. Regenwasser wird über eine integrierte Rinne in einen der Stützpfeiler abgeführt, erklärt er. Die Kanten der Pfeiler sind mit Zink versiegelt. „Dann kann es nicht rosten.“

400 Kilogramm halte ein Quadratmeter des Balkons aus und entspreche damit genau der Norm, sagt der Konstrukteur. Berechnet hat er das am Computer, getestet wurde es am Musterbalkon. An diesem ist das Geländer noch nicht vollständig angebracht. Fischer will Glas nutzen, doch mehrere Varianten sind möglich.

„Etwas vergleichbares gibt es nicht“, sagt Mario Fischer. Entsprechend hat er sich seine Idee schützen lassen, ebenso eine weitere, an der er bereits arbeitet: Ein Carport in zwei verschiedenen Größen, das ebenfalls selbst aufgebaut werden kann.

Doch nun steht erst einmal der Balkon im Mittelpunkt, den es ab 3780 Euro zu kaufen gibt. Für dieses Vorhaben sucht Fischer auch noch Investoren und Unternehmen, die die Produktion der Kantteile übernehmen.

Weitere Infos zum Designbalkon gibt es im Internet auf www.mdf.li

Quelle: HNA

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