Aus Ballerspiel wird Romanze: Till Rauch produziert aus Videospielen Filme

Naumburg. Till Rauch aus Naumburg liebt Videospiele. Am liebsten die mit viel Action, Geballer und Verfolgungsjagden.

Schnitt: Damit aus dem Videospiel ein Film wird, verbringt Till Rauch (23) viele Stunden vor dem Computer. Das Zusammenschneiden der Sequenzen nimmt viel Zeit in Anspruch. 

Er schlüpft aber nicht nur per Joystick in die Rollen seiner Spiele-Stars, sondern leiht ihnen für Spielfilme auch seine Stimme. Der 23-Jährige, der in Kassel als Mediengestalter arbeitet, schneidet aus Videospielsequenzen Spielfilme zusammen. Aus einem Ballerspiel wie Grand Theft Auto (GTA) entsteht zum Beispiel ein schnulziger Liebesfilm. „Genau das ist der Reiz daran“, erklärt Rauch, der bei seinen Eltern wohnt. „Aus dem Videospiel entsteht etwas völlig Neues, was keiner so erwartet.“

Erstes Drehbuch 2011

Vor fünf Jahren hat der Mediengestalter begonnen, sein erstes Drehbuch für einen Videospiel-Film zu schreiben und einzelne Spielsequenzen am Computer so zusammenzuschneiden, dass daraus eine neue Geschichte entsteht. Zugute kommt ihm dabei seine Ausbildung als Mediengestalter für Bild und Ton. „In den Spielen gibt es die Möglichkeit, dass das, was man im Spiel erlebt, aufgenommen wird. Die Kamera kann man frei bewegen“, erklärt er.

Dauert eine Stunde: Der Film „Mila“ ist aus dem Videospiel GTA 5 entstanden. Fürs Internet hat Till Rauch auch einen Trailer produziert. 

Vor einem Jahr hat Till Rauch dann über Youtube einen Aufruf an Videospielfreunde gestartet, sich am Filmprojekt zu beteiligen. „Ich habe Leute gesucht, die synchronisieren wollen und helfen können, Drehbücher zu schreiben.“ Sein Filmteam „Unrated Film Industries“ besteht jetzt aus 34 Leuten, die in ganz Deutschland verstreut sind. Steht ein neues Projekt an, klügeln die Mitglieder gemeinsam ein Drehbuch aus, die Kommunikation läuft über das Internet.

55 000 Klicks

Ihr neuester Film „Mila“ - er basiert auf dem Videospiel GTA 5 - wurde bei Youtube bereits 55 000 Mal angesehen. „Die Kritiken der Zuschauer sind durchweg positiv“, sagt Rauch. „Das freut mich natürlich total.“ Etwa 350 Stunden Arbeit hat der 23-Jährige unter anderem in Drehbuch, Schnitt und Vertonung investiert - entstanden ist schließlich ein Spielfilm von einer Stunde Länge, in dem der Naumburger den Protagonisten David spricht. Die Synchronisation sei mit das Schwierigste an der ganzen Produktion. „Die Lippenbewegung der Charaktere muss ja richtig zu der Vertonung passen, das ist oft ziemlich aufwendig.“

Sogar einen Trailer hat Rauch produziert. „Mir macht das einfach total Spaß. Ich sehe das auch gar nicht als Arbeit an. Außerdem sind die Filme auch gut für meine Referenzen in einer Bewerbung.“ Denn sein Traum ist es, irgendwann einmal Regisseur zu werden.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: C. Hartung

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