Fritzlarer Kinderhilfswerk im Einsatz

Sie bangen um ihr Leben: Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in der Ukraine

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Fritzlar. Während viele von uns Sommerferien und Urlaub genießen, ist dieser Sommer für die Menschen in den Krisenregionen der Welt nicht unbeschwert - so auch in der Ukraine. „Einen Notruf Ukraine" sendet jetzt das in Fritzlar ansässige Kinderhilfswerk Global Care.

Pastor Walentin Schüle, ist in der Ukraine der Projektleiter für das in Fritzlar ansässige Kinderhilfswerk Global Care. „Er steht in engem Kontakt mit den Betroffenen“, sagt Beate Tohmé von Global Care. „Gerade kam ein Brief aus Ljuboml/Wolynien mit der Nachricht, dass ein Familienvater im Krieg am 10. August von einem Scharfschützen ins Herz getroffen wurde. Der Leichnam wurde am Freitag überführt und in Ljuboml findet die Beerdigung statt. Anatolij F. hinterlässt Frau und zwei kleine Kinder. Die lokale Kirchengemeinde sammelt Unterstützung für die Familie und bittet uns um Hilfe“, erklärt Tohmé weiter.

Das Team des Kinderhilfswerks sei froh, dass es allen Patenkinder gut geht. „Die Orte, in denen sie leben, sind von den Unruhen momentan kaum betroffen. Es sind aber bereits einige Flüchtlingsfamilien in unserer Betreuung.“ Die Zahlen werden sich durch den harten Kampf um die Millionenstadt Donetsk sicher noch drastisch erhöhen, so die Einschätzung von Tohmé.

So melden die Vereinten Nationen, dass über 120 000 Menschen aus umkämpften Gebieten in der Ostukraine auf der Flucht vor Krieg und Elend sind. Viele fliehen zu Verwandten oder Freunden in ruhige Gebiete im Westen des Landes. Die Flüchtlinge lassen erzwungenermaßen ihr Zuhause hinter sich, ohne zu wissen, was die Zukunft bringen wird. All das müssen sie in Kauf nehmen, weil sie in ihrer Heimat um ihr Leben bangen.

„Durch den Zustrom der Flüchtlinge sind Nahrungsmittel in Dörfern und kleinen Städten bereits ausverkauft“, berichtet Tohmé von der Situation Ljumboml/Wolynien. Die nächste große Stadt Mariupol mit ausreichendem Vorrat sei 60 Kilometer entfernt. Da kaum noch Züge fahren, seien die Flüchtlinge auf die Hilfe der ortsansässigen Bevölkerung angewiesen. „Unsere Mitarbeiter von der lokalen Kirchengemeinde in Kamenka fahren mit dem eigenen Bus nach Mariupol und kaufen Nahrungsmittel für die Flüchtlinge.“

Durch die erhöhte Nachfrage seien die Preise rasant gestiegen. „Sie liegen bei 60 bis 70 Prozent unserer Preise. Doch das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt nur 130 Euro. Hilfe wird dringend benötigt“, betont sie. (may)

Spenden für die Projekte von Global Care in der Ukraine:  Verwendungszweck: 7544-010 Nothilfe Ukraine Spendenkonto: KSK Schwalm-Eder, IBAN: DE16 5205 2154 0120 0001 20, BIC: HELADEF1MEG

Quelle: HNA

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