Trio zweigte Geld von fremden Konten ab – Bewährungsstrafen für alle drei Angeklagten

Bank-Azubi als Bank-Betrüger

Kassel. Er war im Jahre 2012 gerade mal ein paar Monate als Azubi bei einer Bank in Homberg, da fälschte er mit seinen beiden Helfern Überweisungsträger, um Geld von Konten abzuzweigen. Wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges kassierten die drei Männer im Alter zwischen 21 und 23 Jahren aus Kassel, Berlin und Fuldatal am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht Bewährungsstrafen.

Der Prozess konnte zunächst nicht beginnen, weil der 23-jährige Angeklagte aus Kassel nicht gekommen war, wegen einer angeblichen Krankheit. Ein vom Gericht bestellter Amtsarzt untersuchte ihn zu Hause und stellte die Verhandlungsfähigkeit fest.

Die drei räumten die Vorwürfe ein. Laut Staatsanwaltschaft belief sich die Summe, die sie mit gefälschte Überweisungen kassieren wollten, auf 143  000 Euro. Freilich glückten die wenigsten.

Das Trio hatte sich nicht mit kleinen vierstelligen Summen zufrieden gegeben. Auf einigen falschen Überweisungsträgern standen fünfstellige Summen. Die Bank kontrollierte die Beträge und rief bei den Empfängern an, zu ihnen gehörten die beiden Kumpane des Azubis sowie weitere Gehilfen. Der Azubi flog auf, weil eine Überwachungskamera aufgezeichnet hatte, wie er ausgefüllte Überweisungen in den Postkasten der Bank warf.

Der 22-Jährige sagte, dass er in der Zeit „mit Drogen angefangen“ habe. Über den ebenfalls Drogen konsumierenden 21-Jährigen habe er den 23-Jährigen kennengelernt, und als der von der Ausbildung bei der Bank erfahren habe, sei die Idee entstanden, sich auf diesem Wege schnell und einfach Geld zu beschaffen. Er habe die Daten von Bankkonten beschafft, in dem er sie schlicht von Überweisungsaufträgen abschrieb. Mit diesen Angaben und gefälschten Unterschriften sollte Geld von fremden Konten abgebucht werden. Die meisten Überweisungen oder Auszahlungen wurden von der Bank gestoppt. Immerhin 6 000 Euro konnten die drei Angeklagten einsacken, jeder bekam 2 000.

Der frühere Bank-Azubi, gestand, dass es „eine schwere Zeit war, als ich meinen Ausbildungsplatz verlor“. Inzwischen hat er eine neue Ausbildung begonnen.

Am Mittwoch kam er, weil er zur Tatzeit Heranwachsender war, mit einer Jugendstrafe davon, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss er 500 Euro für einen guten Zweck zahlen und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Auch bei dem 21-Jährigen hielt das Gericht eine Jugendstrafe auf Bewährung für angemessen, er muss 100 Stunden arbeiten. Am schwierigsten war es, ein Urteil für den 23-Jährigen zu finden. Er gilt als Erwachsener und ist mehrfach vorbestraft. Das Gericht gestand ihm trotzdem eine Bewährungsstrafe zu. Er muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. (pas)

Quelle: HNA

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