Raiffeisen Borken ist mit der Jahresbilanz zufrieden und hat neue Pläne

Bank will eigene Energie

Wolfgang

Borken. Energie und Demografie – mit diesen Themen wird sich die Raiffeisenbank im kommenden Jahr intensiv beschäftigen. Mit der Bilanz des vergangenen Jahres, die den Mitglieder in der Generalversammlung am 20. Juni vorgelegt wird, zeigte sich Vorstandschef Wolfgang König im Gespräch mit der HNA zufrieden.

Noch muss die Bank jährlich 200 00 Euro an die Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken zurückzahlen, insgesamt sind noch 1,4 Millionen Euro offen. Doch eigentlich, sagt König, sei die Sanierungsphase längst beendet.

Die Sicherungseinrichtung bekomme zwar noch jährlich einen Prüfbericht und habe bei der Dividende noch Einfluss, das sei es aber auch gewesen, sagt König.

Die Zahl der Mitglieder ist von 6260 im Jahr 2010 auf 6310 gestiegen. Dennoch macht König sich Sorgen, denn gerade im Gebiet von Raiffeisen, das Borken, Bad Zwesten und Neuental umfasst, schlage der demografische Wandel zu, die Zahl der Einwohner sinke stark.

Wenn die Entwicklung sich fortsetzt wie bisher, müsse Raiffeisen bis zum Jahr 2020 mit einem Bilanzverlust von 20 Millionen Euro rechnen, befürchtet König. Daher müsse man sich verstärkt um das Thema kümmern. Unter anderem deswegen engagiere sich sein Institut auch in der Vereinsförderung.

Neue Ausrichtung

Doch König denkt weiter: „Vielleicht müssen wir die Bank strategisch ganz anders ausrichten.“ Möglicherweise müsse man das Regionalprinzip, nach dem sich die Bank auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt, überdenken und einen Teil des Geschäfts überregional anlegen.

Außerdem werde die Mitgliederbindung wichtiger. Ein Mitarbeiter soll sich deswegen zukünftig speziell darum kümmern. So könnte es beispielsweise exklusive Fahrten geben, die für Mitglieder kostenlos wären, überlegt König.

Er denkt auch an eine spezielle ec-Karte der Bank, mit der es auch Rabatte in heimischen Geschäften und an den Raiffeisentankstellen gibt.

In der Generalversammlung soll der Betriebszweck der Bank erweitert werden, damit sie in Zukunft selber auf dem Energiesektor tätig werden kann – und zwar bei erneuerbaren Energieformen. Sie kann dann beispielsweise selbst eine Solar- oder Biogasanlage betreiben.

Und noch etwas wird die Borkener Banker beschäftigen: Sie müssen bis zum Jahr 2019 die harte Kernkapitalquote auf 8,5 Prozent erhöhen, zurzeit sind es 7,2 Prozent. Mit diesem Geld muss das Kreditrisiko abgesichert werden, König: „Wir werden die Quote erreichen.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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