Bürgerinitiative demonstrierte auf dem Marktplatz gegen die bis zu 80 Meter hohe Leitung

Banner gegen Südlink

Die neuen Protestbanner: Die Schilder im Wert von 150 Euro wurden ausschließlich mithilfe von Spenden finanziert. Mittlerweile haben in Frielendorf 700 Menschen auf einer Unterschriftenliste gegen Südlink unterschrieben. Fotos: Haaß

Frielendorf. Die Ohetalgemeinde übt sich im Protest. Mit Tröten und Pfeifen stellte die „Bürgerinitiative gegen Südlink Frielendorf“ am Freitagnachmittag im Rahmen einer Protestkundgebung der Öffentlichkeit ihre neuen Banner und Schilder vor. Noch etwas verhalten schallte der Schlachtruf der Bürgerinitiative „Südlink in Hessen – könnt ihr vergessen“ über den Marktplatz.

Knapp 50 Mitglieder der Bürgerinitiative, Frielendorfer Bürger und Kommunalpolitiker hatten sich rund um den weiträumig mit rot-weißem Flatterband abgesperrten Brunnen zum gemeinsamen Kampf gegen die Hochspannungsgleichstromtrasse Südlink zusammengefunden.

„Sollte das wirklich durchgezogen werden, droht ein nicht wieder gut zu machender Vertrauensverlust in die Politik.“

Bürgermeister Fey

Verwundert betrachtet der eine oder andere Kunde der naheliegenden Bank das Treiben. Nur wenige Menschen gesellten sich spontan zu der kleinen Demonstration.

„Das ist die erste Demonstration auf dem Frielendorfer Marktplatz seit Menschengedenken“, sagte Frielendorfs Bürgermeister Birger Fey (SPD). Die Menschen in Frielendorf und der Region würden sich für das Thema interessieren und auch die Gemeindevertretung habe sich schon eindeutig gegen das Megaprojekt positioniert. „Wir brauchen aber noch viel mehr Unterstützung“, warb Birger Fey und forderte die knapp 8000 Einwohner seiner Gemeinde auf, sich am Widerstand aktiv zu beteiligen.

Fey kritisierte die schlechte Informationspolitik von Tennet sowie der Landes- und Bundespolitik. „Sollte das wirklich durchgezogen werden, droht ein nicht wieder gut zu machender Vertrauensverlust in die Politik“, mahnte der Frielendorfer Bürgermeister.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Andreas Hoffmann verdeutlichte den Teilnehmern der kleinen Demonstration eindringlich die vermutlichen Auswirkungen des Infrastrukturprojekts Südlink auf Frielendorf. So würde nach Fertigstellung der Stromautobahn eine hundert Meter breite Schneise mit bis zu 80 Metern hohen Masten die Ohetalgemeinde zerteilen. Darüber hinaus seien die Auswirkungen einer Gleichstromtrasse auf die menschliche Gesundheit noch gar nicht erforscht. „Wir wollen keine Versuchskaninchen sein“, sagte Hoffmann. Die Bürgerinitiative sei selbstverständlich nicht gegen die Energiewende, fordere aber eine Umsetzung mit Sinn und Verstand, erklärte er weiter. Im Anschluss an die Demonstration auf dem Marktplatz fuhren die Mitglieder der Bürgerinitiative gemeinsam zum Industriegebiet an der Bundesstraße und brachten dort das neue Protestbanner an. „Damit kann jetzt jeder sehen, dass Frielendorf gegen Südlink ist“, freute sich der Beauftragte der Gemeinde Frielendorf gegen Südlink Thorsten Vaupel.

Neben regelmäßigen Treffen und der Teilnahme an überörtlichen Veranstaltungen gegen Südlink plant die die aktuell 70 Mitglieder umfassende Bürgerinitiative an allen sechzehn Ortseingängen ähnliche Banner wie im Industriegebiet aufzustellen. „Die Genehmigung der Gemeinde dafür ist bereits vorhanden“, sagte BI-Sprecher Andreas Hoffmann.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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