Waltraud Frese präsentierte neue und vielseitige Varianten

Barbies tragen Schwälmer Trachten

Schwalmstadt. Am Sonntagmorgen lud das Museum der Schwalm in Ziegenhain zu einer außergewöhnlichen Ausstellungseröffnung ein. Unter dem Motto „nochmals neu beTRACHTet“ zeigte Waltraud Frese ihre Sicht auf die Schwälmer Tracht.

Begonnen hat die Holzburgerin 2007 mit ersten Papiermodellen, später begann sie, mit weiteren Materialien wie Filz und Gummi zu experimentieren.

„Die Tracht ist sehr schwer und dunkel, deshalb begann ich mit weißem Papier“, erklärt die Künstlerin. Sie lässt sich von den Formen und Proportionen inspirieren. „Die Deformierung des weiblichen Körpers durch das Hochpressen der Brust ist ein Schwerpunkt für mich“, erläuterte Frese, deswegen habe sie auch verschiedene Trachtenmodelle für Barbie-Puppen entworfen, da auch deren Körper mit den überlangen Beinen deformiert seien. Seit 2009 benutzt sie auch Stoff für ihre Modelle.

So sind zwar einige Trachtvarianten nur zum Betrachten geeignet, andere jedoch durchaus kleidsam, wie elf Models bei einer Modenschau eindrucksvoll bewiesen. „Meine Idee war, zu zeigen, dass die Tracht auch heute noch tragbar ist“, so Frese. Die vielen Schichten der Röcke finden sich dann plötzlich als Schichtmodell einer Hose wieder oder die typischen Päckchen wandern von innen nach außen.

Die rund 50 Vernissagebesucher waren von den vielen neuen Varianten der Schwälmer Tracht begeistert, und Konrad Nachtwey, Leiter des Schwalmmuseums, versprach, einen Kontakt zur Kunsthochschule in Kassel herzustellen, um diese besondere Ausstellung einem noch breiterem Publikum nahezubringen.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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