Votum für Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention über die Rechte Behinderter

Barrierefreiheit ist das Ziel

Habichtswald. Behinderte - ganz gleich, ob mit körperlichem, seelischem oder geistigem Handicap - sollen es in Zukunft in Habichtswald leichter haben. Dazu verabschiedeten die Habichtswalder Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Donnerstagabend in Dörnberg einstimmig eine entsprechende, von der SPD eingebrachte Beschlussvorlage. Darin wird der Gemeindevorstand aufgefordert, einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen für die Gemeinde Habichtswald zu erarbeiten und umzusetzen.

Petra Voß, die die Vorlage erläuterte, betonte, dass es sich um ein langfristig angelegtes Projekt handele. Nach Möglichkeit sollten Menschen mit Behinderungen und ihre Verbände - Voß nannte beispielhaft den ASB - beteiligt werden. Gemeinsam mit den Betroffenen sollen die kommunalen Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Konvention festgelegt werden.

Bestandsaufnahme

Zum Fahrplan sagte Petra Voß, dass zunächst eine Bestandsaufnahme in Habichtswald nötig sei. Danach sollte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen beziehungsweise deren Verbände einen Aktionsplan mit klaren Aufgabenbeschreibungen, Fristen und Verantwortlichkeiten erstellen. Mit diesem Aktionsplan sollte sich dann das Gemeindeparlament befassen.

Als ein Handlungsfeld nannte Voß die Barrierefreiheit. Alle kommunalen und öffentlichen Einrichtungen wie Schule, Kindergarten, Rathaus, Schwimmbad und Bücherei seien auf ihre Barrierefreiheit hin zu überprüfen. Geklärt werden müsse auch, ob es in Habichtswald genug barrierefreien Wohnraum gibt und welche Möglichkeiten bestehen, auf das Angebot an barrierefreiem Wohnraum Einfluss zu nehmen.

Nicht nur baulich sollten Barrieren reduziert werden. So sollten Informationsbroschüren und Formulare in leichter Sprache, mit kontrastreichem Design und gut lesbaren, großen Schriften gestaltet werden.

Auch die Bewusstseinsbildung mit Vereinen und Unternehmen spiele eine wichtige Rolle: Mit Habichtswalder Vereinen sollten freiwillige Vereinbarungen darüber getroffen werden, wie die jeweiligen Angebote noch besser für Menschen mit Behinderungen geöffnet werden können.

„Der Antrag wirbt dafür, dass alle Behinderten am Leben in der Gemeinde teilnehmen können“, sagte Petra Voß.

„Ziemlich dickes Brett“

Jörg Wiegel erklärte für die CDU: „Wir sind mit den Inhalten einverstanden.“ Er nannte das Vorhaben „ein ziemlich dickes Brett, das wir bohren wollen“, und regte die Aufnahme eines Senioren- und Behindertenbeauftragten an.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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