Mit dem Basalt vom Weidelsberg wurden in Holland im 19. Jahrhundert Straßen gebaut

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Dieser Berg ist nicht zu übersehen: Heinrich Bachmann, Vorsitzender des Fördervereins Weidelsburg, auf einem Feld zwischen Ippinghausen und Wolfhagen. Von dort hat man einen guten Ausblick auf den Weidelsberg mit der Weidelsburg.

Wolfhagen. Früher war Basalt ein wertvoller Rohstoff, deshalb wurde er auch auf dem Weidelsberg, dem 492 Meter hohen erloschenen Vulkankegel südlich von Ippinghausen, abgebaut und ins Ausland exportiert: „Der Großteil der Straßen in Holland wurden mit Wolfhager Basalt gebaut“, sagt Heinrich Bachmann, Vorsitzender des Fördervereins Weidelsburg.

Insbesondere für den Wege- und Straßenbau wurde der graublaue Stein im Basaltbruch Katzenloch abgebaut. Besonders um die Jahrhundertwende, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Nicht nur nach Holland wurde das Vulkangestein exportiert, auch am Edersee spielte es eine große Rolle: „Der Basalt wurde oben weiß angestrichen und an der Edersee-Randstraße als Begrenzungsstein aufgestellt.“ Einen Tag waren Pferde- und Ochsengespanne mit den Basaltsäulen, die in Strohballen gewickelt waren, bis zum Edersee unterwegs. „Weit über Ippinghausen hinaus wurde der Basalt genutzt, als Stützen, Torpfosten und für Zäune.“

Auch beim Bau der Weidelsburg spielte der Vulkanstein eine große Rolle. Die Burg wurde aus Basalt- und Sandstein errichtet. „Das notwendige Material wurde im Katzenloch gebrochen“, erklärt Bachmann.

Basaltbruch stillgelegt 

In den 1960er Jahren wurde der Basaltbruch stillgelegt. „Aus Gründen des Naturschutzes, und weil er wirtschaftlich nicht mehr rentabel war“, sagt Bachmann.

Doch aus ökologischer Sicht ist der Basalt auf dem Berg auch heute noch wertvoll. Nicht nur die erste Kruste der Erde war eine Hülle aus Basalt. Bis heute sind die Basalte das häufigste Gestein der obersten Erdschicht. „Der Boden ist sehr gut nährstoffversorgt, weshalb sich der Perlgras-Buchenwald auf Basalt mit Edellaubholz wie Eschen und Ahorn mischt“, erklärt Frank Ohlwein, Leiter der Revierförsterei Ippinghausen.

Der Berg erfülle zwei wichtige Funktionen, sagt Frank Ohlwein: Er sei einerseits ein Biotop für seltene Arten, wie unter anderem Fledermäusen, Uhu und den Wanderfalken. 2012 brütete einmalig ein Wanderfalke auf dem Weidelsberg. „Auf der Kuppe verzichten wir weitestgehend auf forstliche Bewirtschaftung“, sagt Ohlwein. So können sich die Biotope und ihre Arten ungestört entwickeln.

Wald als Wasserlieferant 

Andererseits erfülle der Wald eine wirklich wichtige Funktion als Wasserspeicher- und -lieferant. „Wir sorgen dafür, dass es eine permanente Bewaldung gibt. Fest wurzelnde Waldvegetation sorgt dafür, Schlammlawinen zu verhindern.“ Denn die Stürme Wibke, Emma und Kyrill, die in den Jahren ab 1990 wüteten, haben den Wald sehr stark zerzaust und umstrukturiert. „Heute ist es aber ein stabiler, gestufter und gemischter Wald, der zukünftigen Klimabedingungen besser trotzen kann“, sagt Förster Frank Ohlwein.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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