IG Bauen-Agrar-Umwelt ehrte treue Mitglieder - Fünf sind seit 65 Jahren dabei

Sie wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt: Unser Foto zeigt die Jubilare aus dem Schwalm-Eder-Kreis mit Klaus Michalak, Vorsitzender der IG BAU Nordhessen (hinterste Reihe, ganz rechts). Im Bild fehlt Gerhard Opfer aus Melsungen. Foto: Sonja Heideloff/nh

Schwalm-Eder. 75 Mitglieder der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wurden am Samstag in der Melsunger Stadthalle für ihre langjährige gewerkschaftliche Mitgliedschaft geehrt. Insgesamt 11.185 Jahre kamen zusammen, wenn man die Mitgliedsjahre von allen Jubilaren zusammenrechnete.

Hans-Joachim Rosenbaum, Regionalleiter der Region Hessen, nutzte diesen Anlass, um auf die lange bewegte Geschichte zurückzublicken und einen Blick in die Zukunft zu richten. So sei das Ziel der Gewerkschaft immer dasselbe geblieben: eine starke Vertretung für die Arbeitnehmer zu sein. Fünf Jubilare wurden für 65-jährige Mitgliedschaft geehrt, sie waren „Pioniere der ersten Stunde“, so Rosenbaum. Im Jahr ihres Beitritts, 1949, vereinigten sich die Baugewerkschaften zur IG Bau-Steine-Erden. Rosenbaum erinnerte bei den weiteren Ehrungen an zentrale Errungenschaften der Industriegewerkschaft wie das „Schlechtwettergeld“ oder Tarifverträge im Baugewerbe.

20 Mitglieder aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurden für ihre Treue zur IG Bauen-Agrar-Umwelt geehrt.

• 25 Jahre Mitgliedschaft: Ute Flügge (Melsungen), Berthold Grede (Homberg), Jürgen Schieferstein (Malsfeld), Karin Wunderlich (Neuental).

• 40 Jahre: Wolfgang Kupczyk (Guxhagen).

• 50 Jahre: Erwin Ackermann (Spangenberg), Richard Hannes (Körle), Friedrich Helwig (Homberg), Peter Ringlebe (Gudensberg) Walter Seibel (Jesberg), Hans Seitz (Melsungen).

• 60 Jahre: Gerhard Adam (Gudensberg), Gerhard Kimm (Niedenstein), Walter Kraft (Edermünde), Willi Mohr (Edermünde), Walter Nass (Niedenstein), Karl Ullrich (Spangenberg).

• 65 Jahre: Heinz Graß (Edermünde), Gerhard Opfer (Melsungen), Oskar Schleiff (Wabern).

Als besondere Erlebnisse schilderte er den Besuch von Berlins damaligem Bürgermeister und SPD-Vorsitzendem Willy Brandt im Frühjahr 1964 bei dem Hauptvorstand der IG Bau-Steine-Erden in Frankfurt am Main und am 26. Juni 1964 die Rede von John F. Kennedy beim Gewerkschaftstag der IG Bau-Steine-Erden.

Abschließend bedankte sich Rosenbaum auch bei den Lebenspartnern der Jubilare für die unverzichtbare Unterstützung und beendete seine Rede mit einem Zitat Berthold Brechts: „Die Schwachen kämpfen nicht, die Starken kämpfen vielleicht eine Stunde. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.“

Lob für die langjährigen Mitglieder hatte auch Klaus Michalak, Vorsitzender der IG BAU Nordhessen: „Die Jubilare sind echte Vorbilder für den Gewerkschafts-Nachwuchs“, sagte er. Denn sie hätten über Jahrzehnte hinweg geholfen, das Tarifgefüge im Lot zu Halten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Es gibt eine Menge Themen, bei denen gerade die IG Bau-Senioren am Ball bleiben“, so Michalak. Dazu gehöre gerade das Thema Rente, das der IG BAU Nordhessen auf den Nägeln brenne.

Die nordhessische Liedermacher-Band „Rotkehlen“ begleitete die Ehrungsreden mit Klassikern aus dem jeweiligen Eintrittsjahr der Jubilare und sorgte auch sonst mit ihren politischen Liedern für gute Unterhaltung. (hk)

Quelle: HNA

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