Exportbedingungen werden erschwert

Bauern im Landkreis Kassel leiden unter Brexit

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Rechnen mit sinkenden Agrarpreisen: Für die Landwirte in der Region sind die Engländer ein wichtiger Exportpartner. Der Austritt Großbritanniens könnte auch die Exportbedingungen erschweren.  

Wolfhager Land. Besorgt blicken Landwirte aus dem Landkreis Kassel zu ihren britischen Kollegen. Das Votum der Engländer für einen Austritt aus der EU und der damit verbundene Verlust eines wichtigen Exportpartners stellten die deutsche Agrarbranche vor große Probleme.

Das erklärt Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband Kassel. Nach dem Votum der Briten rechne man in der Region mit sinkenden Argarpreisen. „In 2015 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 4,8 Milliarden Euro, was einem Anteil von sechs Prozent der Gesamtexporte entspricht. Zu den wichtigsten exportierten Gütern zählen Fleisch- und Backwaren, Milchprodukte sowie Obst und Gemüse“, so Wittich.

Als mögliche Konsequenz des Austrittes könnten die Exportbedingungen erschwert werden und die Kosten für den Handel in beide Richtungen steigen. Das Kräftegleichgewicht innerhalb der EU werde empfindlich gestört, da Großbritannien und Deutschland in Wettbewerbsfragen, Agrarumweltprojekten und Tierschutz ähnliche Vorstellungen hätten.

Konkrete Verluste für Landwirte im Landkreis

Der Ausstieg Großbritanniens könnte nun die Staaten stärken, die sich weigerten, Regulierungen in diesen Bereichen seitens der EU zu akzeptieren. „Für die Landwirte im Landkreis bedeutet das Votum konkret finanzielle Verluste“, so die Kreisbauernsprecherin. „Der Weizenpreis sank in diesen Tagen um sechs Euro je Tonne, innerhalb einer Woche sogar um zen Prozent“.

Entwicklung nicht absehbar

Allerdings sei derzeit die weitere Entwicklung des Agrarmarktes nicht absehbar. Die Vernetzung der Märkte schlage sich auch auf die Betriebe vor Ort durch. 

Quelle: HNA

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