Pflanzen und Tiere haben diesen Winter unter lange anhaltender Kälte gelitten

Kreis Kassel: Bauern sind den Frost leid

Optimistisch: Landwirt Lars Homburg vom Hardthof in Altenstädt ist froh, dass das Wetter nun frühlingshaft werden soll. Das wird dem Grünroggen gut tun. Foto: Dietzel

Kreis Kassel. Dieser Winter ist für die Bauern in der Region ein harter Winter gewesen. Kalte Nächte brachten Probleme bei der Tierhaltung und beim Ackerbau. „Die Landwirte warten nun darauf, dass es endlich milder wird“, sagt Johannes Gerhold vom Kreisbauernverband.

Besonders die Wechselwitterung der vergangenen Wochen – Nächte mit Minustemperaturen und Tage, an denen es taute – sei schädlich für die Pflanzen gewesen, so Gerhold. „Die Pflanzen mussten sich ständig auf Extreme einstellen.“ Im Unterschied zum Vorjahr, als es auch eine lange Kälteperiode gab, hat es seit Jahresbeginn keinen Schnee gegeben, der die Felder hätte schützen können. Wie stark die Frostschäden ausfallen, werde erst sichtbar, wenn die Pflanzen beginnen zu wachsen.

„In den nächsten 10 Tagen wird es wohl losgehen“, schätzt Gerhold. Landwirt Lars Homburg aus Altenstädt ist zuversichtlich: Am Wochenende soll es laut Wettervorhersagen deutlich wärmer werden. „Das wird die Vegetation fördern“, sagt der 36-Jährige, der derzeit auf seinen Feldern Dünger streut. Schäden durch Mäuse wie schon im Herbst stellen die Landwirte in der Region vermehrt Schäden durch Mäuse auf dem Ackerland fest.

Die Zahl der Mäuse habe in den vergangenen Jahren zugenommen, erklärt Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Zur Bodenschonung gebe es eine Tendenz zu mehr Mulchsaat. Also werde weniger gepflügt. Bei verminderter Bodenbearbeitung könnten sich Mäuse allerdings ungestört vermehren.

Zu Beginn des Winters hatten laut Schulte-Ebbert einige Bauern mit eingefrorenen Leitungen im Stall zu kämpfen. Es gab somit Probleme, Tiere mit Wasser zu versorgen. Besonders Offenställe waren betroffen. Diese seien zwar gut für die Luft im Stall, die Isolierung von Leitungen sei aber eine Herausforderung.

Demnächst beginnen die Bauern im Landkreis mit der Aussaat von Sommergerste, dann von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais. Die Preise für Getreide seien derzeit hoch, sagt Johannes Gerhold. Aber die Dünge- und Pflanzenschutzmittelindustrie hätten ebenso ihre Preise erhöht, was zu Lasten der Bauern gehe, genauso wie gestiegene Energiekosten.

Quelle: HNA

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