Bauhof-Mitarbeiter sanierten Skulpturen am Heiligenberg

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Sie warten wieder in gewohnter Manier: Die Kunstwerke mit von links Jörg Margraf, Bürgermeister Volker Steinmetz, Sandrino Sandinista Sander, Ayaub Abbelhadif und Jürgen Speier.

Felsberg. Die zwölf Holzfiguren mit dem Titel „Die Wartenden" stehen seit 15 Jahren am Ars Natura am Heiligenberg. Jetzt haben die Mitarbeiter des Felsberger Bauhofs zwei Figuren wieder in Stand gesetzt.

Die Skulpturen des Künstlers Martin Schaub aus Rotenburg waren kaputt, erzählen die Mitarbeiter Jörg Margraf und Jürgen Speier. Sie montierten die Stahlkonstruktionen und befestigten den Kopf einer Figur. „Die Kunstwerke am Ars Natura sind bewusst vergänglich“, sagt dessen Kurator, Sandrino Sandinista Sander. Er kümmert sich ansonsten mit einem Trupp Mitarbeiter um die Kunstwerke auf dem Weg, um sie zu pflegen und instandzuhalten. Seine Möglichkeiten seien aber mittlerweile begrenzt, weil die Förderungen für die Pflege wegfielen und er nun über weniger Personal dafür verfügt.

Der gesamte Ars Natura ist 320 Kilometer lang. Dort entlang stehen 380 Kunstwerke, die gepflegt werden müssen, sagte Sander. Die Rasenflächen rund um die an den Wanderwegen stehenden Kunstwerke müssen gemäht werden, weil die Kunstwerke so besser zur Geltung kommen. Diese Arbeit verrichtet Sander zurzeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, weniger als bisher. Alle Werke zu pflegen, werde für ihn wegen des Personalmangels immer schwieriger. Vor sieben Jahren seien es noch sieben Mitarbeiter gewesen, die Arbeit wurde durch Ein-Euro-Jobs gefördert.

Daher sei die Ars Natura- Stiftung nun auch auf die Mitarbeit der Gemeinden angewiesen. Bad Zwesten, Borken, Fritzlar und Rotenburg hätten diese Aufgabe mit übernommen. „Die Stadt Felsberg hat nun das zweite Kunstwerk saniert“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Er plädiert dafür, dass sich alle Gemeinden in den betreffenden Gemarkungen zusammensetzen und über eine gemeinsame Lösung diskutieren.

Der Tourismus spiele in der Region eine immer größere Rolle, der Kunstpfad am Wanderweg sei ein wichtiger Standortfaktor. In der Felsberger Gemarkung gibt es 25 Kunstwerke auf dem Ars Natura. Alle Flächen dort herum regelmäßig zu pflegen, sei für den Bauhof in Felsberg zurzeit nicht realistisch. Aber in Einzelfällen wie diesem unterstütze man Sander gern.

Kontakt: Ehrenamtliche, die Sander bei der Pflege der Kunstwerke unterstützen wollen, können sich melden bei Sandrino Sandinista Sander, Tel. 05663/1746, E-Mail info@natura-stiftung.de.

Hintergrund: Warten erklärt die Langsamkeit

Die Wartenden von Martin Schaub begrüßen als Wegbegleiter und Beschützer den Besucher, heißt es auf der Internetseite der Stiftung Ars Natura. In einer hektischen Zeit vermittelten sie den Wert und die Bedeutung der Langsamkeit. Liegendes Warten sei passiv - stehendes Warten sei aktiv. Eine archaische, klassisch-antike Ausstrahlung, wie beispielsweise die der Symmetrie einer Sphinx-Allee, werde angestrebt.

Der abendländischen Kultur entsprechend, sei diese Gruppe der Wartenden streng linear ausgerichtet, sich mehr einem geistigen Konstrukt als der Natur annähernd. Die Figuren stehen direkt unterhalb des Burghotels Heiligenberg.

Quelle: HNA

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