Stadt Gudensberg informiert im Internet über Ansprechpartner, Verkäufer, Grundstücksgröße und Preis

Gudensberg will mit Baulücken-Service gegen hohen Landverbrauch vorgehen

+
Nicht jeder will im Neubaugebiet bauen: Die Stadt Gudensberg informiert im Internet nun über Baulücken. 

Schwalm-Eder. Ein Eigenheim mit kleinem Grundstück: Immer noch der Traum vieler Menschen. Wachsende Neubaugebiete mit hohem Bodenverbrauch an den Siedlungsrändern der Ortschaften sind die Folge. Gleichzeitig klagen die Kommunen über Leerstände und Baulücken in den Stadt- und Ortszentren.

Mit einem Baulücken-Kataster und -Service reagiert die Stadt Gudensberg seit einigen Jahren auf dieses Problem, will quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. „Wir bieten Bauwilligen nicht nur Bauplätze in neu erschlossenen Außenbereichen an, sondern auch zum Verkauf stehende Grundstücke in den bebauten Ortslagen“, sagt Ralf Lengemann, im Rathaus zuständig für den Fachbereich Bauen.

Das sei für manche Interessenten sogar die bessere Alternative, sagt Lengemann, denn nicht jeder wolle im Neubaugebiet bauen. Die Lage mitten im Ort könne häufig attraktiver sein als am Rand. Zudem erkenne man sofort, wie es in der Nachbarschaft aussehe und wer dort wohne.

Über den Baulücken-Service offeriert die Stadt mögliche Grundstücke und stellt sie auf ihrer Internet-Seite vor. Ansprechpartner/Verkäufer, Größe und Preis erfährt man ebenfalls dort. Vorgestellt werden nur solche Flächen, die vom Eigentümer verkauft werden sollen. Wer ein Grundstück besitzt, wird aufgefordert sich zu melden. Außerdem recherchiert die Stadt über Luftbilder nach möglichen Lücken in der Bebauung. Seit 2004 wurden 22 Baulücken auf diese Weise verkauft.

Seit drei Jahren fördert Gudensberg außerdem die Entwicklung der Orts- und Stadtkerne mit einem besonderen Programm. Die Stadt übernimmt die Kosten einer Architektenberatung zu Potenzial und Kosten eines Hauses oder Grundstückes. Wird umgebaut, übernimmt die Stadt zehn Prozent der Kosten. Investitionen in Höhe von 900 000 Euro seien dadurch angestoßen worden.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

Kommentare