Baumarkt und Getränkemarkt an Nordumgehung sollen in diesem Jahr eröffnen

Arbeiten sollen bald auf Hochtouren laufen: An der Nordumgehung in Homberg sollen bis zum Ende des Jahres ein Hagebaumarkt und ein Getränkemarkt entstehen. Außerdem darf dort eine Tankstelle, ein Elektromarkt und eine Gastronomie gebaut werden. Foto: Mand

Homberg. Seit fast neun Jahren laufen die Planungen von Wilhelm Schneider für einen Baumarkt und Co. an der Nordumgehung. Nun sollen die Bauarbeiten richtig losgehen, so Schneider. Das Gelände ist rund 28 000 Quadratmeter groß, das entspricht etwa vier Fußballfeldern.

Der Eindruck, dass es an der Großbaustelle an der Nordumgehung in Homberg nicht vorangehe täusche, sagt Bauunternehmer Wilhelm Schneider aus Korbach. Das sehe nur für Laien so aus. Es handele sich durch die Schräglage um ein schwieriges Grundstück und deshalb habe er in den vergangenen Monaten viel Geld in die Erde gebuddelt, um mit dem Bau voran zu kommen.

„Wir hätten schon längst fertig sein können, aber ich gehe nicht aufs Glatteis.“

Allerdings räumt Schneider ein, dass gerade in den vergangenen Wochen alles auf Sparflamme gelaufen sei. Er habe eigentlich schon viel weiter sein wollen mit dem geplanten Baumarkt - und auch mit dem Getränkemarkt. Doch habe es Verzögerungen bei den Baugenehmigungen gegeben. „Die hatte ich aber nicht zu verschulden“, erklärt er. Jetzt werde es aber jeden Tag etwas mehr voran gehen. „Ich werde auf der Baustelle jetzt Druck machen“, sagt Schneider.

Der Baumarkt 

In den nächsten Tagen werde ein Kran anrollen und spätestens gegen Ende des Monats würden die Betonfertigteile für den Baumarkt (Hagebau) geliefert. Dessen Rohbau werde dann umgehend stehen. Schneider rechnet mit der Eröffnung des Marktes noch in diesem Jahr. Sein bisheriger Markt im Basthauptweg werde somit an die Nordumgehung verlagert - das Gebäude dort will Schneider verkaufen.

Der Getränkemarkt 

Die Baugenehmigung für den Getränkemarkt habe er vergangenen Freitag erhalten, sagt Schneider. Die Bauarbeiten dafür könnten nun richtig starten. „Der Markt ist schon vermietet.“

Die Neuerungen 

Seit Donnerstagabend hat der 80-Jährige nun auch die Genehmigung der Homberger Stadtverordneten, um auf dem Areal eine Tankstelle und ein Restaurant bauen zu dürfen. Das Restaurant soll über dem geplanten Elektromarkt entstehen. Außerdem darf er die Firsthöhe dieses Gebäudes um maximal einen Meter erhöhen (wir berichteten). Obwohl er nun eine Tankstelle bauen dürfe, ist Schneider in diesem Punkt mittlerweile nicht mehr ganz so optimistisch: „Das ist grundsätzlich schwierig und es ist noch alles offen“, sagt er. Bei der Gastronomie plane er nach wie vor mit einem mongolischen Restaurant.

Die Anwohner 

Es sei schade, dass es offenbar Beschwerden von Anwohner gegeben habe, sagt Schneider. Eine gute Nachbarschaft sei ihm wichtig. „Auf mich ist bislang niemand mit seinen Beschwerden zugekommen.“ Er selbst sei aber auch nicht selbst direkt auf die Anwohner zugegangen, erklärt er auf HNA-Nachfrage. Er wolle zwar keinen Streit, vermutet aber, dass es zu weiteren Beschwerden kommen könnte, wenn der Rohbau des Baumarktes stehe. „Das ist schon ein wuchtiges und großes Gebäude“, nennt er den Grund dafür und betont zugleich, dass er nur nach Recht und Gesetz baue.

Jetzt soll Schluss sein 

Gegen eine Gastronomie am Rande der Stadt und für die Stärkung der in der Altstadt sprach sich Klaus Bölling (Grüne) aus. Zudem sei die Höhenänderung für die Anwohner erheblich. Dem stimmte auch Holger Jütte (FDP) zu. Die Stadt wolle mit der Krone und dem Burgberg zwei gastronomische Betriebe beleben und schaffe jetzt Konkurrenz, so Delf Schnappauf (Bürgerliste). Es sei kein kluger Beschluss, sagte Dietmar Groß (FWG) und bezog sich dabei darauf, dass er - in Zeiten, in denen man weg von fossilen Antriebsformen wolle - einer Tankstelle keine große Chance einräume. „Und wir reißen mit dem Hintern ein, was mit den Händen in der Stadt aufbauen“, sagte Groß. Es handele sich um eine unendliche Geschichte, so Stefan Gerlach (SPD). Das Projekt hätte schon längst abgeschlossen sein müssen, erklärte er. Schneider habe immer wieder nachjustiert. Damit müsse nun Schluss sein. Man komme Schneider nochmal entgegen und dann müsse das „Spiel auf Dauer enden“, sagte Christian Haß (CDU). Weiteren Planänderungen werde man nicht mehr zustimmen, so Haß und Gerlach.

Wettbewerb 

Ein gastronomischer Betrieb am Rande der Stadt sei ein Gewinn an Attraktivität für Homberg, sagte Stefan Gerlach. „Wir brauchen dringend Wettbewerb.“

Die Abstimmung 

Viel knapper hätte die Abstimmung nicht ausgehen können: Mit nur zwei Stimmen Mehrheit stimmten die Stadtverordneten den Änderungsplänen des Investors Wilhelm Schneider zu. Die 18 Stimmen dafür stammten von CDU und SPD. Grüne, FDP und FWG sprachen sich dagegen aus. (may)

Quelle: HNA

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