Grundstückseigentümerin und Stadt fordern 3600 Euro

Homberger Naturschützer soll nach Baumbesetzung zahlen

Protestaktion: Mit seinem Protest gegen die Fällung von zwei großen Kastanien sorgte Otto Pirn für viel Aufmerksamkeit. Die Bäume wurden dennoch gefällt. Foto: Yüce

Homberg. Er wollte zwei 100 Jahre alte Kastanien in Homberg schützen und ist deshalb in die Bäume geklettert. Das könnte für Otto Pirn nun teuer werden.

Der Baumbesetzer wollte gegen deren Fällung protestieren. Dieser Einsatz an jeweils einem Tag im Dezember und im Januar könnte Pirn einiges kosten: Sowohl die Eigentümerin des Grundstücks als auch die Stadt Homberg haben ihm Rechnungen geschickt. Insgesamt beläuft sich die Forderung auf knapp 3600 Euro. Dagegen wehrt sich der 73-Jährige nun.

Während die Grundstückseigentümerin Kosten in Höhe von über 2500 Euro geltend macht, weil vier Mitarbeiter einer Baumfäll-Firma fünf Stunden nicht arbeiten konnten und zudem Mietkosten angefallen seien. Die Stadt fordert über 1000 Euro von Pirn - für den Einsatz der Feuerwehr mit drei Fahrzeugen und sieben Feuerwehrleuten.

Er habe Widerspruch eingelegt. „Sollte es auf eine Klage hinauslaufen, lasse ich es darauf ankommen.“ Während bei seiner ersten Baumbesetzung im Dezember weder Feuerwehr noch Rettungswagen im Einsatz waren, sah das am 6. Januar anders aus. „Ich habe sie aber nicht gerufen“, sagt Pirn. Die Polizei habe die Feuerwehr auch bald wieder weg geschickt. Er sei nach Verhandlungen mit der Polizei auch freiwillig vom Baum herabgestiegen.

Im Einsatzbericht der Feuerwehr sei vermerkt, dass Absturzgefahr bestand und er zu springen gedroht habe, sagt Pirn. Das sei falsch. „Ich wollte oben bleiben und so die Bäume schützen. Es bestand auch keine Absturzgefahr, ich bin doch kein Selbstmörder.“ Jetzt befürchtet Pirn, dass er auch noch eine Rechnung für den Einsatz des Krankenwagens erhalten wird. Er habe nicht damit gerechnet, dass seine Baumschutz-Aktionen für so einen Wirbel sorgen. Ein wenig sei er aber auch froh darüber, denn erst dadurch sei in Homberg wieder Bewegung in die Diskussion um eine Baumschutzsatzung kam. „Das ist der richtige Weg“, sagt Pirn und hofft darauf, dass sich dafür im Parlament auch die Mehrheiten finden werden.

Er sieht nämlich schon die nächsten stattlichen Bäume in Gefahr: „Auf dem Ulrich-Gelände soll ein Einkaufszentrum entstehen, und dafür sollen wunderbare alte Buchen weichen. Das darf nicht passieren.“ Homberg verliere an Attraktivät und seine grüne Lunge. „In München werden Bäume geschützt, und wer sie dennoch fällt, muss saftige Strafen zahlen“, sagt Pirn. Es könne schließlich auch um Bäume herum gebaut werden - auch in Homberg.

Rechnungen hin oder her: Otto Pirn will Bäume schützen. Deshalb werde er weiter darauf pochen, dass es in Homberg eine solche Satzung geben muss. „Im Notfall wieder mit Aktionen“, sagt Otto Pirn. Für ihn ist klar, dass die Strafe den Falschen trifft und man Bäume schützen muss.

Das sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz

Die Polizei habe die Feuerwehr von der Baumbesetzung informiert, die sei daraufhin mit Drehleiter und Rüstwagen in den Schwenkenweg ausgerückt, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Denn es hieß, dass Absturzgefahr bestehe. Die Rechnung habe Pirn erhalten, weil er den Einsatz verursacht habe. „Aus dem Protest ergeben sich Konsequenzen und damit muss man umgehen“, sagt Ritz. Ob die Stadt Otto Pirn entgegenkomme, müsse der Magistrat entscheiden. Er wolle dem Gremium nicht vorgreifen.

Die Polizei habe die Feuerwehr von der Baumbesetzung informiert, die sei daraufhin mit Drehleiter und Rüstwagen in den Schwenkenweg ausgerückt, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Denn es hieß, dass Absturzgefahr bestehe. Die Rechnung habe Pirn erhalten, weil er den Einsatz verursacht habe. „Aus dem Protest ergeben sich Konsequenzen und damit muss man umgehen“, sagt Ritz. Ob die Stadt Otto Pirn entgegenkomme, müsse der Magistrat entscheiden. Er wolle dem Gremium nicht vorgreifen.

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Quelle: HNA

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