Eigentümer können zum Verkauf nicht gezwungen werden

400 Bauplätze liegen im Altkreis Wolfhagen brach

Neubaugebiet an der Herderstraße in Wolfhagen: Würden mehr private Eigentümer ihr ungenutztes Bauland verkaufen, müsste die Stadt nicht so viele Flächen auf der grünen Wiese in Baugrundstücke umwandeln. Foto: Thon

Wolfhager Land. Bauland im Wolfhager Landes ist knapp. Die von den Kommunen bereitgestellten Bauplätze sind schnell vergriffen. Dabei gibt es in allen sechs Altkreiskommunen über 400 Baulücken.

Das Problem: Sie befinden sich in privater Hand und werden, obwohl größtenteils ungenutzt, nicht verkauft. In Wolfhagen und den Stadtteilen gebe es nach Recherchen von Rathausmitarbeitern 187 Flächen mit Baurecht - 172 Grundstücke sind in Privatbesitz, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos). Die Stadt habe zu allen Besitzern von Baulücken Kontakt aufgenommen und die Verkaufsbereitschaft abgefragt. Die Resonanz sei ernüchternd, sagte Schaake während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Die wenigen Personen, die geantwortet hätten, hätten sich entweder über die Anfrage echauffiert oder sie abgelehnt. Schaake misst der Nutzung von Baulücken eine große Bedeutung bei. „Eine Schließung der Lücken in den Ortsteilen und der Kernstadt muss städtebaulich immer eine Option sein.“

Auch in der Nachbargemeinde Bad Emstal gibt es dieses Potenzial: Auf 91 Grundstücken ließe sich ein Eigenheim errichten, wenn die Eigentümer ihr Land selbst bebauen oder aber es verkaufen würden. Doch zwingen kann man niemanden. Das weiß auch Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos). „Wir stehen in Kontakt mit vielen Privateigentümern und bieten auf Wunsch deren Grundstücke Interessenten an“, sagt Pfeiffer, dem eine Verdichtung in der Gemeinde wichtig ist. Denn die Ausweisung neuer Baugebiete sei mit einem unerwünschten Flächenverbrauch verbunden. Das Verhältnis von freien Bauplätzen in Neubaugebieten und Baulücken in Privathand ist in Bad Emstal 1:10. Das geht aus dem Baulückenkataster hervor.

Verlässliche Zahlen zu den Baulücken gibt es auch für Naumburg und Habichtswald. Beide Kommunen nutzen ein Monitoring und können Kaufinteressenten Auskünfte geben. In Naumburg und den Stadtteilen sind es 95 Bauplätze, 80 davon sind in Privathand. In der Gemeinde Habichtswald existieren 28 Baulücken, bei vier Grundstücken seien die Eigentümer zum Verkauf bereit, sagt Bürgermeister Thomas Raue (SPD). In Zierenberg gibt es laut Bürgermeister Stefan Denn (SPD) kaum bebaubares Land in privater Hand, bislang seien die Grundstücke noch nicht erfasst worden. In Breuna gibt es auch Baulücken, aber keinen Überblick über deren Zahl.

Quelle: HNA

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