Zehn Jahre nach Sanierung

Nässe nagt am Mörtel: Bauschäden an der Felsburg

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Ortstermin auf der Felsburg im Regen: von links Georg von Vogt und Horst Fenge vom Vorstand des Burgvereins, Dr. Thomas Ludwig und Janine Sempf von der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten in Hessen, Thomas Salzmann, Projektleiter für Bauangelegenheiten des Landes Hessen beim Hessischen Baumanagement Bad Arolsen, und Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins Felsberg.

Felsberg. Die 1000 Jahre alte Felsburg im Edertal bleibt ein Fall für Bausanierer und Denkmalpfleger. Zehn Jahre nach Abschluss der aufwändigen Sanierung sind an vielen Stellen des historischen Mauerwerks Schäden aufgetreten.

Die sollen vom Land Hessen beseitigt werden, wenn die Finanzierung gesichert ist.

Dies hatte Baudirektor Dr. Thomas Ludwig bereits im März 2011 bei einem Ortstermin auf der Felsburg versprochen. Doch bisher hat sich nichts getan. Dr. Ludwig, viele Jahre Leiter des Fachgebietes Bauangelegenheiten und Denkmalpflege bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, sagte kürzlich bei einem weiteren Ortstermin: „Ich möchte dem Land Geld einsparen, indem man die Arbeiten jetzt erledigt. Hier muss etwas getan werden.”

Nordmauer stark betroffen 

Der Burgverein wartet weiter auf eine positive Nachricht. Seit seiner Gründung 1885 betreut der Verein das Baudenkmal. Enttäuscht ist er nun darüber, dass sich nach dem Termin vor mehr als drei Jahren immer noch nichts getan hat.

Das staatseigene Baudenkmal Felsburg ist eins von über 40 Objekten, das die Schlösserverwaltung betreut. Die Felsburg war 18 Jahre lang für knapp drei Millionen von Grund auf saniert worden. Auch der Burgverein hatte sich seinerzeit beteiligt und war mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis und dem Paul-Dierichs-Preis der HNA ausgezeichnet worden.

Für die Rezeptur des bei der Sanierung verwendeten Kalkmörtels hatte es umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen gegeben, um Folgeschäden möglichst zu vermeiden.

Wie sich aber bei den Ortsterminen zeigte, sind Schäden inzwischen vor allem dort aufgetreten, wo Nässe aus Stein- und Erdaufschüttungen von innen auf die Mauern drückt. Besonders betroffen ist die hohe Nordmauer, die vor der Sanierung akut einsturzgefährdet war. Zwar besteht nach Einschätzung der Schlösserverwaltung derzeit keine Gefahr, die Beseitigung der Schäden aber hielt man schon vor drei Jahren für sinnvoll. Auch an den Mauerkronen sind Fugen beschädigt - eine Folge der Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter.

„Wie mit einen Neuwagen muss man auch mit der Burg regelmäßig in die Instandhaltung gehen”, sagte Dr. Ludwig. „Wenn man rechtzeitig investiert, spart das auf Dauer Geld.” Trotz dieser Argumente ist nach dem weiteren Nachhaken noch kein Baubeginn in Sicht.

Bei der Baubegehung sagte ein Mitglied: „Auch wir freuen uns sehr über das Weltkulturerbe Kassel, aber es ist ungerecht, dass viele Millionen in Herkules und Wasserspiele fließen und für Felsberg nicht einmal 30.000 bis 50.000 Euro bereitstehen.”

„Man muss größere Schäden an der Felsburg vermeiden, indem man jetzt handelt”, sagte der 1. Vorsitzende des Burgvereins, Horst Fenge. „Der Burgverein tut sein Bestes und leistet jedes Jahr mehr als 1000 Arbeitsstunden für Pflege und Erhalt. Wir hoffen, dass das Land die notwendigen Arbeiten schnellstmöglich finanziert.”

„Die Probleme am Mauerwerk dürfen nicht noch größer werden”, ergänzte der 2. Vorsitzende, Georg von Vogt. Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins: „Wir bitten das Land, die Burganlage auf dem neuesten Stand zu erhalten. Sie ist ein gutes Aushängeschild Felsbergs und der Region, wie die sehr guten Besucherzahlen beweisen.”

Für die Arbeit des Vereins gab es in diesem Jahr viel Lob von der Verwaltung der Staatlichen Schlösserverwaltung. Daniela Schreiter, zuständig für die Grünpflege, nannte das Engagement des Vereins und den Pflegezustand vorbildlich. Die Felsburg sei ein Juwel in der hessischen Burgenlandschaft.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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