Baustelle an B 254 sorgt für Ärger in Spieskappel

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Das ist nicht die Route 66, sondern die Straße zwischen Obergrenzebach und Spieskappel: Sie wird derzeit von vielen Autofahrern als Abkürzung der offiziellen Umleitungsstrecke genutzt – und das trotz falscher Schreibweise auf dem Ortsschild.

Spieskappel. Während die Leimsfelder durch die halbseitige Bundesstraßensperrung die Ruhe genießen (wir berichteten), ist es in Spieskappel damit vorbei.

Seit Start der Bauarbeiten rollt der Bundesstraßenverkehr überwiegend durch Spieskappel, denn viele Fahrer kürzen die Umleitungsstrecke über den Frielendorfer Ortsteil ab.

Die Anwohner der Straße Auf der Klaus werden schon in den Morgenstunden vom Lärm des durchrauschenden Verkehrs geweckt. „Morgens ist der Lärmpegel kaum zu ertragen. Ich bin genervt, weil sich so viele Autofahrer nicht an Verkehrsregeln halten“, ärgert sich Anwohner Klaus-Dieter Paetke. Es sei momentan kaum möglich, ein Fenster aufzulassen, denn Unterhaltungen seien dann unmöglich.

Auch wenn die Situation nur vorübergehend ist, sind viele Spieskappeler gestresst von der Verkehrslage im Ort. So wünscht sich Susanne George das Ende der Baustelle sehnlichst herbei: „Am Ortseingang gibt es zwar zwei Verkehrsberuhigungen, diese ignorieren aber die Autofahrer häufig“, beschreibt die Anwohnerin. Es wäre schon zu einigen heiklen Situationen gekommen, wenn beispielsweise Laster über den rechts zur Fahrbahn verlaufenden Gehweg gefahren seien. Positiv empfindet sie die Radarmessungen, die zu einer deutlichen Beruhigung der Verkehrslage geführt hätten.

Ebenfalls betroffen von der Lautstärke im Ort fühlt sich Carsten Pohl. Er habe sich im Kalender das Ende der Bauzeit rot als Festtag markiert: „Der Zusammenhalt im Ort hat sich zwar durch die unangenehme Lage verstärkt, trotzdem ist es für alle eine große Belastung,“ sagt er. Im Haus müsste er sich mit seiner Frau teilweise über Zeichensprache verständigen, da man das eigene Wort nicht verstehen würde, sagt er.

Warum sich ein Großteil der Autofahrer nicht an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilomter halten, versteht Matthias Bambey nicht: „Es ist aktuell nicht möglich, die Kinder unbeaufsichtigt draußen spielen zu lassen.“ Alle Anwohner seien froh, dass noch nichts passiert sei.

Von Philipp Schwehm

Quelle: HNA

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