Baustopp: Morschener Gemeindevertreter wollen Planung für Starweg erst prüfen

Morschen/Wichte. Einen neuen Kanal, eine neue Wasserleitung und eine neue Asphaltdecke wird es im Wichter Starweg erst einmal nicht geben. Die Anwohner hatten, wie berichtet, gegen die große Lösung protestiert und eine Kanalsanierung ohne Straßenaufriss verlangt.

Nun hat sich das Morschener Parlament eingeschaltet und einen Baustopp beschlossen. Zunächst soll der Bauausschuss die Planung prüfen und einen Fachmann dazu hören.

Dazu hatte es nicht nur einen Antrag von Erwin Döhne gegeben, der Mitglied der FDP-Fraktion ist und im Starweg wohnt, sondern einen weiteren von allen Fraktionen. SPD, CDU und FDP waren sich einig, dass ihnen die Ergebnisse des vom Gemeindevorstand und der Verwaltung beauftragten Ingenieurbüros vorzulegen sind. Erst dann soll das Parlament beschließen, wie es mit den Arbeiten in Wichte weiter gehen soll.

Die drei Fraktionen begründeten ihren Antrag damit, dass aufgrund fehlender Informationen der Anwohner, undiplomatischen Vorgehens, Falschdarstellungen und Missverständnissen auf beiden Seiten (Anwohner und Bürgermeister) die Fronten verhärtet seien. Das helfe weder der Gemeinde noch den Anwohnern des Starweges.

Wichtig sei eine Entscheidung, die die Kosten und den Nutzen ebenso berücksichtige wie die Lebensdauer der neuen Leitungen.

Die unterschiedlichen Positionen zwischen Bürgermeister Herbert Wohlgemuth und den Gemeindevertretern wurden auch die Sitzung am Donnerstagabend deutlich. Wohlgemuth: „Alle drei Videoaufnahmen zeigen vergleichbare Schäden.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Salzmann dagegen sprach von „drei Kanalbefahrungen mit drei unterschiedlichen Ergebnissen“. Man müsse die für die Gemeinde und die Bürger wirtschaftlichste Variante finden, betonte er, aber auch: „Es wird für Wichte keine Sonderregelung geben.“

Eine neutrale Betrachtung durch einen Fachmann sei wichtig, betonte Heinz-Dieter Kaiser, Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Es ist schwierig zu entscheiden, weil die Argumente der Starweg-Anwohner genau so plausibel sind wie die des Ingenieurbüros, das eine aufwändige, 60 Jahre haltende Lösung favorisiert.“

Von einer Intransparenz ohnegleichen, sprach Uwe Ludwig. Der Fraktionsvorsitzende der FDP wies darauf hin, dass das Honorar für Ingenieurbüros umso höher ausfalle, je höher die Baukosten seien. Ludwig: „Ist doch klar, dass die für die kostenintensivere Variante sind.“ (bmn)

Quelle: HNA

Kommentare