Beibehaltung von Gefahrenstufe 1

Bedarfsplan für Feuerwehr sorgte für hitzige Debatten im Knüllwalder Parlament

Knüllwald. Der Ausrüstungsstand der Knüllwälder Feuerwehren sorgte in der Parlamentssitzung für heftige Diskussionen.

Zwar wurde der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Wehren mit der Mehrheit der SPD beschlossen, doch das erst nach langer hitziger Debatten. Die UKW-Fraktion hatte den Wechsel der Ortsteile Remsfeld, Rengshausen und Niederbeisheim von der Gefahrenstufe 1 in die Gefahrenstufe 2 beantragt. Der Grund: Die Lagerhallen der Logistiker im Gewerbegebiet und die Chlorgaslagerung in den Freibädern Niederbeisheim und Rengshausen.

Argumente gegen den Plan

Dr. Ullrich Laabs (UKW) ist stellvertretender Gemeindebrandinspektor. Seine Einwände:

 • Knüllwald liegt direkt an der Autobahn, hat ein großes Gewerbegebiet in Remsfeld: Allein deshalb müsse die Wehr „Glockenklar“ in die Gefahrenstufe 2 eingeordnet werden 

• die Gefahrguteinsätze würden immer komplexer und komplizierter, die Zahl der Logistiker im Remsfelder Gewerbegebiet immer größer. „Wenn wir Ja zum Gewerbegebiet sagen, dürfen wir die Augen nicht vor dem Gefahrgut verschließen, das dort lagert“.

• der Plan sei auf zehn Jahre festgeschrieben, der Zeitraum sei viel zu lang. Die Wehr steuere direkt auf große Probleme bei der Zahl der Einsatzkräfte und Nachwuchsgewinnung zu, da müsse die Lösung deutlich früher herbei, die Laufzeit von zehn Jahren grundsätzlich falsch.

 • Der Bedarfsplan stelle „den Todesstoß“ für die einzelnen Wehren in den Ortsteilen dar. Laabs Appell: Keinesfalls auf die Empfehlung von Kreisbrandmeister Torsten Hertel hören. (alle Argumente von Ullrich Laabs, UKW)

• Die Gefährdungslage werde sich weiter verschärfen (Hans-Heinrich Laabs, UKW).

Argumente für den Plan

• Der Plan sei eine gute Grundlage und ein tragendes Gesamtkonzept für die Wehren, so Jörg Vollbrecht (SPD). 

• Der Wechsel zur Gefahrenstufe 2 sei für Knüllwald ein Schritt zu viel, da mit immensen Kosten verbunden: Dafür müsse die Wehr auch deutlich in Ausrüstung investieren. Gefahrenstufe 2 habe im Landkreis bislang nur die Feuerwehr Melsungen wegen B. Braun inne. (Helmut Wettlaufer, SPD)

 • Die Gemeinde müsse in sich in Sachen Ausbildung und Ausrüstung „warm anziehen“, wenn die Feuerwehren auf die neue Gefahrenstufe bestehe (Jörg Müller). „Das ist eine Nummer zu groß für uns.“

 • Knüllwald könne nicht Vorreiter sein und den Begriff Gefahrenlage neu definieren - „Das sollten wir anderen überlassen“. (Christina Stein, SPD). 

• Die Gemeinde gehe eher drei Schritte zurück als fünf nach vorne, wenn sie den Plan ablehne (Bürgermeister Müller, SPD).

Der Beschluss

Die Gemeindevertretung stimmte mit 12 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und drei Enthaltungen für die Beibehaltung der Gefahrenstufe 1. Die Feuerwehr Rengshausen wird für die ersten Maßnahmen bei einem Gefahrgutunfall die nötige Mindestausrüstung erhalten. Dann übernimmt die Nachbarfeuerwehr Homberg den weiteren Einsatz.

Brandschutzamt empfiehlt Stufe 1

Der Wehrführerausschuss hatte die Einstufung von Remsfeld, Rengshausen und Niederbeisheim in die Gefahrenstufe ABC 2 beantragt. Dieser Wechsel in die nächst höhere Kategorie hätte bedeutet, dass die Gemeinde ein wasserführendes Löschgruppenfahrzeug sowie Schutzkleidung und Messgeräte vorhalten müsste.

Das Brandschutzamt in Homberg hatte aber empfohlen, die ABC-Einstufung bei Stufe 1 zu belassen.Begründung: In Knüllwald seien weder Betriebe vorhanden, die mit radioaktiven Stoffen umgingen noch solche, die Gefahrstoffe lagerten. Auch in den Schwimmbädern würden keine Riesenmengen an Chlor gelagert, sie verfügten über Flaschengebinde.

Quelle: HNA

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