Kleingartenverein Fritzlar-Ungedanken feierte 90. Geburtstag

Knackiges Gemüse: Fabian und Christian Werner lassen sich Tomate und Möhre schmecken. Foto: Bückling

Fritzlar. Der Kleingärtnerverein Fritzlar-Ungedanken hat sein 90-jähriges Bestehen und das Erntedankfest im Vereinsheim in der Ederau gefeiert. Lydia Noropec und Katharina Becker hatten für die Feier einen Erntedanktisch gedeckt, mit allem was im Garten wächst.

In einer kleinen Feierstunde erinnerte Elke Salen an die wirtschaftliche Not nach dem Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Entstehung des Kleingartenvereins. Um die Bevölkerung in der Nachkriegszeit mit Lebensmittel zu versorgen, mussten die Menschen Obst und Gemüse anbauen. Geeignetes Kulturland zu bekommen war für die kapitalschwache Bevölkerung schwer.

Ein Grundstück in der heutigen Herbort-von-Fritzlar-Straße gilt als Keimzelle für den Kleingartenverein. Kopf der Initiative war der Vorsitzende Werner Brandau. Weil die angepachteten Flächen den Bedarf nicht deckten, wurden immer neue Abschnitte dazu gepachtet.

Heute verfügt der Kleingartenverein in Fritzlar über 88 Parzellen und in Ungedanken über 26 Parzellen. Das Gelände des Kleingartenvereins in der Ederaue ist drei Hektar groß. Der Pachtbeitrag einschließlich Beitrag und Versicherung beträgt jährlich 70 Euro pro Kleingärtner.

Das Vereinsleben wird nach der Gartenordnung geregelt. Kleine Unstimmigkeiten bei der Bestellung der Parzellen, hätten immer mal wieder zu Problemen geführt, heißt es. Das sei auch der Grund, dass der Vorstand oft wechselte. Von Vorstandsseite hoffe man für die Zukunft auf ein besseres Miteinander aller Kleingärtner.

Die Hobbygärtner Barbara (65) und Franz-Josef Ludwicsak (67) fühlen sich trotzdem wohl: Das Ehepaar bewirtschaftet sein Grundstück seit 37 Jahren. Für Hobbygärtner Ludwicsak gilt: „Aus dem Garten in den Mund, Kleingärtner leben gesund.

Für die Blumen und Gemüsebeete ist seine Frau verantwortlich. „In unserem Garten wird nicht gespritzt, und meine Ehefrau verbringt den Sommer hier im Garten“, sagt der Rentner. Für die beiden ist der Garten auch ihr Feriendomizil. Franz-Josef Ludwicsak hat den Garten von seinem Vater übernommen. Was angepflanzt wird, sei Sache seiner Frau, er habe nur die „Wasserrechte“. Ein Teich mit Brücke, Pflanzen und Fischen, Wasserfontänen und Blick auf den Dom ist sein Arbeitsbereich.

Adolf Kelm ist seit mehr als 30 Jahren Mitglied im Kleingartenverein. Der 71-Jährige verbringt viel Zeit auf seiner Parzelle. Stolz ist er auf seinen Brunnen mit Wasserfontäne und seine Pracht-Kois. Seine englische Lapphundmischung Jenny leistet ihm bei der Gartenarbeit Gesellschaft. „Mein Garten ist meine erste Heimat, hier kann ich mein Rentnerdasein richtig genießen.“ Seine pralle Gemüseausbeute zeigt, dass da ein Gartenprofi am Werk ist. (zpb)

Quelle: HNA

Kommentare