Kultur vor Ort: Initiative präsentierte Siri Eder und Eva Maria Balkenhol im Hospital

Von Beethoven bis Janis Joplin

Konzert in der Hospitalskapelle: Siri Eder (oben) trug klassische Werke auf der Geige vor , ihr Vater Reiner Eders begleitete sie am Klavier. Eva Maria Balkenhol (rechts) überzeugte mit Gesang.

Treysa. Der Verein „Kultur vor Ort“ holt regelmäßig hochkarätige Künstler in die Hospitalskapelle nach Treysa. Am Samstag hatte die Initiative junge Künstler aus der Region in den schmucken Kirchenbau eingeladen. Siri Eder und Eva Maria Balkenhol gestalteten den abwechslungsreichen Konzert- und Gesangsabend vor vollem Haus.

Frühlingshafte Klänge entlockte die 16-jährige Siri Eder der Geige, begleitet wurde sie am Klavier von ihrem Vater Reiner Eder. Passenderweise hatte das Duo die Frühlingssonate in F-Dur von Beethoven zur Einstimmung ausgesucht: Virtuos und leicht kam das Werk daher, die junge Künstlerin interpretierte es gefühlvoll und mit der nötigen Kraft. Die farblichen Nuancen hallten wunderbar unter der Kuppel der Kapelle wider. In die Zeiten der Salonmusik dürften sich die Zuhörer wenig später versetzt gefühlt haben. Das Stück eines eher unbekannten Komponisten erklang stilecht und mit viel Charme: Temperamentvolle Taktwechsel transportierten die perfekte Stimmung – leicht fasslich, aber sehr virtuos. Siri Eder erzählte mit ihrer Geige und viel Einfühlungsvermögen eine poetische Geschichte, die Einflüsse der biedermeierlichen Salons enthielt.

Nicht vergessen werden sollte Reiner Eders großartige Begleitung: Er zeigte, dass sich dezente Zurückhaltung und virtuose Präsenz nicht ausschließen müssen. In einem vollends anderen Genre – nämlich dem Gesang – ist Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Eva Maria Balkenhol (33) zuhause. Die gebürtige Frankenhainerin interpretierte Lieder zum Themen wie Heimat und Freundschaft.

Am Piano und an der Orgel begleitete sie ihr Kollege Roland Oumard. Zum Auftakt erklang „Bridge over troubled water“. „Was macht Heimat aus?“, fragte die Künstlerin keck in die Runde. Für sie sei es die unvergleichliche Kartoffelwurst. Von der Spezialität baute Balkenhol die Brücke zu einem Song der „Muppets“ - die der Zwiebel ein Lied gewidmet hatten.

Weinen dürfe man als Erwachsener nicht mehr so unbeschwert: „Das finde ich schade“, befand die 33-Jährige und schloss ein sentimentales Stück an. Der Band „Thunder“ zollte Balkenhol Tribut – und interpretierte Liedzeilen voller Liebeskummer. Den Janis Joplin Klassiker „Cry baby“ ließ die Künstlerin im wahrsten Sinne des Wortes „raus“. Wandelbarkeit bewies Balkenhol beim französischen Chanson.

Roland Oumard war nicht nur Begleiter, sondern zum Teil auch wunderbarer Sänger. Umso überraschender wirkte nach den beiden Konzertteilen der Abschluss: „O mio babbino caro“ interpretierten Siri Eder an der Geige und Eva Maria Balkenhol mit gefühlvollem Gesang. Viel Applaus waren den jungen Künstlerinnen und dem Verein sicher. Fotos: Rose

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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