Schützenhaus Leimsfeld: „Wildes Holz“ spielten vor vollem Haus

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Flöte in Perfektion: Tobias Reisige am Instrument.

Leimsfeld. Drei Musiker mit einer gemeinsamen Mission: Die Befreiung der Blockflöte vom schäbigen Ruf eines Kinderspielzeugs. Das dürfte Tobias Reisige, Anto Karaula und Markus Conrads am Freitagabend zweifelsfrei gelungen sein.

Die Combo „Wildes Holz“ spielte im Schützenhaus Leimsfeld vor vollem Haus, mehr als 100 Gäste waren gekommen.

Ob die Geschichte der Gründung von Wildes Holz näher an Dichtung oder Wahrheit liegt, entscheide jeder selbst: Einst begann die nämlich in einem Hotelzimmer in Ungarn, wohin es die Drei zu Konzerten mit ihrer Musikschule verschlagen hatte. Anto und Markus spielten in Swing- und Latinensembles, Tobias half als Saxophonist aus. Kaum jemand wusste, dass er auch meisterlich Blockflöte spielte. Eines Abends nahm er seinen ganzen Mut zusammen und fragte die beiden, ob sie Lust hätten, mit ihm ein paar Jazzstücke zu spielen. Ehrlich gesagt erwarteten die beiden von einer Blockflöte nicht so viel und sagten: „Na klar!“

Zum Glück, mag sich mancher Gast oder traumatisierter Flötenschüler gedacht haben: Denn das, was Wildes Holz mit Blockflöten, Kontrabass und akustischer Gitarre macht, ist waghalsig, witzig, würdig, ja bisweilen wahnsinnig.

Dabei machen die Drei auf den ersten Blick einen ganz bodenständigen Eindruck: Tobias Reisige (Blockflöte), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads am Kontrabass. Doch wehe, wenn sie losgelassen – dann vibrieren die Instrument. Reisige, der 2002 der erste Jazz-Blockflöten-Student war, bedient sich galant aus dem Blockflöten-Köcher, wechselt mühelos zwischen Piccolo und Bassflöte. Ob „Walk on the wild side“ oder Klassiker wie „Wild Boys“, Lady Gagas „Born this way“ – es ist ein unverwechselbarer Klang, den die Drei mit ungebrochener Spielfreude transportieren.

Mitreißende Grooves, gewagte Triller, die Blockflöte am Rande des Kollaps, gewürzt mit einer lockeren Prise Komik: Die Gäste swingten mit bei einer Hommage an Duke Ellington, lauschten hingerissen bei „Holzversionen“ von Mozart und Beethoven, wippten beim spanischen Sommerhit. Auch selbst geschriebene Werke wie „Hin“ und „Weg“ – da war der Titel Programm – kamen hervorragend an.

Spätestens beim Mitmach-Stück, das die Besucher mit virtuosen Klatschfiguren untermalten, kochte der Saal. Als dann noch „Highway to hell“ auf der Flöte erklang, ging das Publikum komplett mit. Nach vier Zugaben verabschiedeten sich die Musiker von der Bühne – mit den restlos begeisterten Besuchern stießen die Drei dann auf den Abend an.

Quelle: HNA

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