Beifall für besonderen doppelten Abi-Jahrgang

Besonderer Jahrgang: 127 Abiturienten freuten sich am Samstag über ihre Abschlusszeugnisse. Nach der Zeugnisübergabe stellten sie sich vor der Kulturhalle zum Gruppenfoto. Fotos:  Hoffmann

Wolfhagen. Es gibt besondere Jahrgänge, nicht nur beim Wein. Auch der Abiturjahrgang der Wilhelm-Filchner-Schule, der am Samstag in der Kulturhalle die Abschlusszeugnisse erhielt, ist ein ganz besonderer.

Den sogenannten Doppeljahrgang nämlich, bestehend aus 127 Schülern des G8- und des G9-Zweiges, hat es in Wolfhagen so noch nie gegeben und wird es laut Schulleiterin Rita Schmidt-Schales voraussichtlich auch nie wieder geben.

Sie gehen also in die Geschichte ein, die ehemaligen Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13, die sich vielleicht auch deshalb in ihrer Abizeitung als Spezialeinheit bezeichnen, bestehend aus den „leichtsinnigen Jungen“ des G8-Jahrgangs und den „weisen Älteren“ des G9-Systems. „Mit Humor haben Sie reagiert auf die unterschiedlichen Bedingungen der einzelnen Jahrgänge“, so die Schulleiterin. Ob nun zwölf oder 13 Jahre zur Schule gegangen, in beiden Altersgruppen seien enge Bande zwischen Menschen entstanden, die „bei einigen vielleicht sogar ein Leben halten“.

Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben hat auch Johannes Bulle gefunden, der mit einer glatten 1,0 der Beste dieses besonderen Jahrgangs ist. „Ich kann es noch immer nicht fassen, es ist einfach ein umwerfend schönes Gefühl“, so der Wenigenhasunger. „Ich bin an der Wilhelm-Filchner-Schule in eine Gemeinschaft aufgenommen worden, die sich auch jetzt nicht auflösen wird, da bin ich mir ganz sicher.“ Nach einem verdienten Urlaub will er seine Erfolgsgeschichte dann in Marburg weiter schreiben, wo ein Lateinstudium auf ihn wartet.

„Es ist einfach ein umwerfend schönes Gefühl.“

Etwas weiter hinaus in die Welt geht es für Stella Degenhardt, die mit einer Note von 1,1 als Beste unter den 73 jungen Frauen aus dem Doppeljahrgang hervorgegangen ist. „Ich gehe für fünf Monate nach Kanada, absolviere einen Sprachkurs und besuche meine Gastfamilie, bei der ich 2009 im Rahmen eines Schüleraustauschs gelebt habe“, freut sich die Nothfelderin. Während dieser Zeit wolle sie sich überlegen, ob ihr künftiges Studium in Richtung Lehramt oder doch eher Medizin gehen soll.

Die Bühne, zu der Lehrerin Dagmar Ullrich-Freiling die Wilhelm-Filchner-Schule in ihrer liebevoll gestalteten Abschiedsrede kurzerhand ernannte, verlässt die erfolgreiche Schülerin jedenfalls nun für immer, wie auch ihre Mitschüler, die stolz sein können auf einen Abiturdurchschnitt von 2,57. „Wir klatschen euch Beifall – für all das Tragische, das Lehrreiche und das Komische, das ihr mit uns gemeinsam auf die Bühne gebracht habt“, so Ullrich-Freiling.

Die Liste aller Abiturienten finden Sie in unserer Printausgabe am Montag

Quelle: HNA

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