Benzingespräche am Feuer

Beim Wintertreffen im Knüll trafen sich 150 wetterfeste Biker

Angrillen im Januar: Die Biker machten es sich bei Minustemperaturen auf dem Knüllköpfchen rund um ihren Grill gemütlich. Foto: Rose

Schwarzenborn. Minus zehn Grad zeigte das Thermometer am Samstagmorgen auf dem Knüllköpfchen an. Zum zehnten Wintertreffen des Motorradclubs "Hexenschuss" waren trotzdem viele Fahrer aus der Region gekommen. 

„Da musste man sich heute Nacht im Zelt doch ganz schön aneinander kuscheln“, sagen Ellen und Walter Freund. Das Ehepaar aus Niederaula organisierte am Wochenende das zehnte Wintertreffen des Motorradclubs „Hexenschuss“ rund um das Knüllcamp. Beide sind seit 1979 begeisterte Motorradfahrer - auf ihrer Moto Guzzi California waren sie unter anderem am Nordkap und in Syrien. Mit ihrem Wintertreffen wollen sie an die Tradition des legendären Elefantentreffens anknüpfen, das früher am Nürburgring und heute im Bayerischen Wald tausende hartgesottene Motorradfahrer anlockt.

Das Treffen wurde 1956 erstmals für Fahrer der bekannten Zündapp-KS 601-Gespanne organisiert, die auch „Grüner Elefant“ genannt wurden. Im Knüll setzt man jedoch nicht auf Masse, sondern auf familiäre Atmosphäre: „Wir kennen mittlerweile fast jeden, der hierher kommt“, sagt Ellen Freund.

Um die 150 Fahrer erwartete sie. Sechs Jahre lang trafen sich die Motorradfahrer im Januar zunächst auf dem Eisenberg. Zum vierten Mal war es nun der Knüll, der die Biker für zwei Nächte beherbergte. „Die Betreiber des Knüllcamps sind sehr tolerant. Wer nicht zelten will, kann dort auch ein Zimmer buchen“, erklärt Walter Freund.

Doch die Hartgesottenen ließen es sich natürlich nicht nehmen, ihre Zelte aufzubauen. „Die Leute, die auch im Winter Motorrad fahren, sind einfach anders. Da wird nicht so viel Wert auf poliertes Blech gelegt“, ist Ellen Freunds Erfahrung. Das wäre auch sinnlos, erläutert ihr Mann: „Wer ein Mal mit der Maschine auf Straßen mit Salz fährt, der kriegt sein Schätzchen nicht mehr blank.“

Überwiegend Motorradfahrer aus der Region kamen auf das Knüllköpfchen: Jörg Völker war aus dem Spessart angereist. „Es ist tolles Winterwetter - knackig kalt und viel Sonne. Da lohnt sich jede Fahrt“, erklärt Völker. „Das Auto nehme ich nur im Notfall - bei Glatteis.“

Auch Paul Fenner aus Rörshain ist regelmäßig Gast im Knüll: „Hier kennt jeder jeden, das mag ich.“ Was das Ehepaar Freund allerdings schade findet ist, dass kaum junge Motorradfahrer nach kommen: „Die fahren lieber Auto, Motorrad höchstens im Sommer zur nächsten Eisdiele“, sagen sie. Den eigenen Sohn haben sie allerdings angesteckt: Kein Wunder, Freunds sammeln Zweiräder. 13 alte Schätzchen und ein Moped stehen in der Garage.

Das Treffen in Schwarzenborn zu organisieren, ist beiden eine echte Herzensangelegenheit - und das spürten am Wochenende sowohl Fahrer als auch Gäste. Am Samstagabend wurde bei Live-Musik noch ordentlich gegen die Kälte gefeiert - mit der Nachwuchsband „Black Coffee“. (zsr)

Quelle: HNA

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