Klage beim Amtsgericht: Beirat der Thermalwasser-Gesellschaft soll Schaden ersetzen

Bad Emstal. Sie haben gemeinsam einen Anwalt genommen. Er soll die Interessen von sechs Mitgliedern des Beirats der Thermalwasser-Gesellschaft vor Gericht vertreten.

Die Beiratsmitglieder finden, dass die Rückforderungen von in den Jahren 2000 bis 2003 ausgezahlten Gewinnanteilen der GmbH und Co. KG und eine jetzt erfolgte Schadensersatzklage nicht gerechtfertig sind.

Der Insolvenzverwalter Dr. Richard Foltis hatte im vergangenen Herbst Ansprüche gegenüber 230 Anlegern geltend gemacht, die über 80.000 Euro zurückzahlen sollen, die sie als Kommanditisten erhalten hatten, obwohl die Gesellschaft in diesem Zeitraum keine oder zu geringe Gewinne erwirtschaftet hatte. Zahlen soll auch die Gemeinde Bad Emstal, und zwar 27.000 Euro, sodass die Gesamtsumme bei 107.000 Euro liegt (wir berichteten). Laut Dr. Foltis sind 187 Fälle abgeschlossen, knapp 54.000 Euro seien bezahlt worden.

Da die Auszahlung der - nicht vorhandenen - Gewinnanteile über den Geschäftsführer - bei der GmbH wie auch bei der Kommanditgesellschaft war dies der ehemaligen Bad Emstaler Bürgermeister Eckhard Bräutigam - und den sechsköpfigen Thermalwasser-Beirat angewiesen worden war, hatte der Insolvenzverwalter im Oktober 2011 bereits eine Schadensersatzklage gegen den Ex-Bürgermeister und die Beiratsmitglieder angekündigt.

Diese Klage für den Beirat - die für den ehemaligen Geschäftsführer läuft gesondert - liegt jetzt bei der 1. Kammer für Handelssachen des Amtsgerichts Kassel im Vorverfahren vor und wurde Mitte Januar zugestellt. Den vorläufigen Streitwert hat das Gericht auf 77.567 Euro festgesetzt - die tatsächlichen Schadenersatzansprüche liegen erheblich höher.

Gegen die Klage haben die sechs Beiratsmitglieder Einspruch eingelegt. Walter Bernhardt ist einer von ihnen und sagt als Sprecher: „Wir haben als Beirat nicht in die Luft hinein gehandelt. Es lagen immer entsprechende Beschlüsse der Gesellschafterversammlung vor.“

Außerdem habe sich der Beirat auf positive Gutachten der Wirtschaftsprüfer gestützt. Bernhardt befürchtet, dass es aufgrund dieser und weiterer Einsprüche und Klagen noch zwei oder drei Jahre dauern könne, bis das Thema Thermalbad-Insolvenz abgeschlossen werde. „Solange wird auch die politische Schlammschlacht kein Ende haben“, bedauert Bernhardt. Dies sei dem Renommee des Thermalbads abträglich und schade der gesamten Gemeinde Bad Emstal. (bic)

Quelle: HNA

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