Bus-Stopp in Berge: Kinder müssen Bundesstraße überqueren

Berge. Einen Kilometer müssen die Schüler aus Berge zurücklegen, wenn sie zur Bushaltestelle an der Bundesstraße 254 gelangen wollen. Ein Weg, der entlang der Straße führt.

Einen Feld-, Geh- oder Fahrradweg gibt es nicht. Nicht einmal einen Trampelpfad.Dafür aber immer wieder entgegenkommende Autos und Kleintransporter.

An der Bundesstraße angekommen, ist für die Schüler, die mit dem Bus nach Fritzlar fahren wollen, der abenteuerliche Schulweg noch längst nicht beendet. Denn jetzt heißt es für sie besonders wachsam zu sein. Denn sie müssen im morgendlichen Berufsverkehr erst noch zwischen Autos und Lastern über die Straße flitzen, um endlich am Ziel der Bushaltestelle zu sein.

Kurzclip: Über die
B 254 zur Schule

Ein Zustand, den die Menschen in Berge so schnell wie möglich ändern möchten. "Es gab schon einen Teilerfolg, die Schüler, die nach Homberg müssen, werden an der Bushaltestelle im Dorf abgeholt", sagt Berges Ortsvorsteher Michael Schwarz. Auch habe sich der Kreistag schon mit der Situation beschäftigt. Eine Lösung sei aber nicht in greifbarer Nähe.

Deshalb haben sich die Berger jetzt erneut für ihre Kinder stark gemacht und zu einem eindrucksvollen Ortstermin eingeladen. Die Situation für die Kinder und Jugendlichen, die nach Fritzlar wollen, sei unverantwortlich. Und so gingen Vertreter aus Politik, dem Dorf und dem Verkehrsbetrieb NVV die Strecke ab, die sonst die Kinder gehen. Das Interesse, den Schulweg so sicher wie möglich zu gestalten, war bei allen groß. Vor allem nach dem Fußmarsch.

"Es ist ein Armutszeugnis für die Politik, wenn  wir hier keine Lösung finden", sagte Edgar Bruchhäuser (CDU). Ein ideales Ergebnis wäre es, wenn die Schüler nicht mehr über die Bundesstraße laufen müssten. Diese Meinung vertraten nahezu alle Teilnehmer. Der Vorschlag des Ortsbeirates, den Scheibenweg eine Strecke, die parallel zur Bundesstraße verläuft, für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist und einen direkten Zugang zur Bundesstraße bietet zu nutzen, soll geprüft werden. Eine Probefahrt mit einem Bus ist geplant. Sowohl die Breite des Weges, als auch die zeitliche Verzögerung für die Busse sowie die Straßenverhältnisse im Winter wertete Joachim Otto vom NVV als eher negativ.

Jedes Kind ist uns wichtig

Wir sollten den Kindern zu Liebe diese Anstrengung unternehmen“, sagte Klaus Thilo Kroeschell (CDU) und Stefan Gerlach (SPD) machte darauf aufmerksam, dass es bereits einen Lösungsansatz gab, der aber, weil es nicht teuer genug war, um bezuschusst zu werden, nicht umgesetzt wurde. „Wenn der Bund es so will, dann müssen wir einen Bürgersteig und Lampen bauen. Es geht günstiger und sicher zugleich“, sagte er. Er sei weiter für den Bau einer Haltestelle auf einer Wiese in der Nähe des Dorfes.

Die Stadt Homberg sei dabei gefragt und müsse alle Hebel dafür in Bewegung setzen, denn so erreiche man eine Lösung – nicht nur für die Schüler, sondern für alle Menschen aus Berge. Vor allem die Frage nach der Anzahl der Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren, ärgerte Mütter aus Berge. „Das ist unverschämt. Selbst wenn es nur ein Kind wäre, müsste es geschützt werden“, sagte Cordula Maschita-Bietzke. Sie befürchtet, dass die Verantwortlichen nach Ausflüchten suchen.

Otto betonte, dass es nicht nur an den Verkehrsbetrieben liege, sondern auch an der Politik und der Stadt Homberg. Das sah auch NSE-Geschäftsführer Mike Stemmler so: „Es ist keine befriedigende Situation.“ Zufrieden mit dem Zwischen Eschenergebnis zeigte sich Ortsvorsteher Schwarz: „Es sind sich alle einig, dass die Situation geändert werden muss. Jetzt muss gehandelt werden.“

Quelle: HNA

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