„Beruf war immer auch Hobby“

Ursula Hellenkamp (64) ist seit genau 50 Jahren bei Heynmöller beschäftigt

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Fünf Jahrzehnte im Betrieb: Frank Heynmöller (links) und Jörg Diehl bedankten sich mit Blumen bei Ursula Hellenkamp. 

Treysa. Auf den Tag genau 50 Jahre ist Ursula Hellenkamp bei der Firma Heynmöller Kleidung in Treysa beschäftigt: Die 64-Jährige begann 1964 eine Ausbildung im Bekleidungshaus, das damals in der Königsberger Straße zu finden war.

Fünf Jahre nach der Gründung des Unternehmens war die Firma noch ein Familienbetrieb: „Und ich hatte ganz selbstverständlich Familienanschluss“, erinnert sie sich. Mit den Heynmöllers sei sie sogar im Urlaub gewesen.

Die Loshäuserin hatte damals noch eine überschaubare Zahl an Arbeitskolleginnen. „Fünf oder sechs“, schätzt sie. Die Oma habe damals den Haushalt geschmissen, und den heutigen Inhaber Frank Heynmöller habe sie im Kinderwagen spazieren gefahren. Überhaupt waren die Aufgaben der angehenden Verkäuferin damals vielfältig. „Auch das Putzen der Treppe gehörte dazu.“ Besonders stolz sei sie gewesen, als sie zum ersten Mal eine Rechnung auf der Schreibmaschine tippen durfte.

„Der Beruf war immer auch mein Hobby“, sagt die Loshäuserin rückblickend auf die fünf Jahrzehnte. Immer arbeitete sie Vollzeit. Als einschneidendes Erlebnis ist ihr der Brand der Firma 1981 in Erinnerung geblieben: „Da haben alle Mitarbeiter Tag und Nacht mit angepackt, damit es wieder aufwärts ging.“ Ihre Aufgabe als Verkäuferin nahm sie im Anschluss häufig an der Kasse wahr, später wechselte sie in die Warenannahme. Ursula Hellenkamp zeichnete die Waren aus, war für den Einkauf zuständig und somit auch auf Messen unterwegs. Sie habe immer gern bei Heynmöller gearbeitet. Unter den Kollegen hätten sich Freundschaften entwickelt. „Wir waren viele Stunden im Betrieb – da wurde auch Privates ausgetauscht, es war familiär.“

Dem Modehaus bleibt sie erhalten: künftig als Teilzeitkraft.

Frank Heynmöller – der die Jubilarin am Morgen in seinem MG Wa Tickford, Baujahr 1939, von zuhause abgeholt hatte – und Geschäftsführer Jörg Diehl erklärten: „Wir haben viele langjährige Mitarbeiter. Sie sind die beste Ressource, die ein Unternehmen haben kann.“ (zsr)

Quelle: HNA

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