Melsunger helfen Patenkindern in Burkina Faso – Elternabend mit Kouilbi Yameogo

Ein Beruf schützt vor Armut

In der Stadthalle (von links): Emmanuel Goujard, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Melsungen, Kouilbi Yameogo aus Koudougou und Petra Trulley, die drei Patenkinder in Koudougou hat, darunter ein Zwillingspärchen. Foto: Lache-Elsen

Melsungen/Koudougou. 432 Patenkinder werden über den Städtepartnerschaftsverein Melsungen in Koudougou betreut. Paten von Kindern in dem westafrikanischen Staat Burkina Faso trafen sich nun zu einem Elternabend.

Emmanuel Goujard, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Melsungen, begrüßte Kouilbi Yameogo, der aus Koudougou angereist war. Yameogo berichtete über das von Deutschland nach Koudougou transferierte duale Ausbildungssystem, neue Bildungsprojekte und stand Besuchern zur Verfügung, die sich explizit nach ihrem Patenkind erkundigten.

Zum größten Teil sind es Familien aus dem Kreisteil Melsungen, darunter Unternehmen, die für ein oder mehrere Kinder und Jugendliche in Burkina Faso eine Patenschaft übernommen haben. Sie finanzieren ihren Patenkindern die Schule und Ausbildung. Einmal im Jahr überweisen Familien Geld, 160 Euro. Kouilbi Yameogo hatte zum Elternabend in der Stadthalle viele Briefe und auch Päckchen aus Koudougou mitgebracht, die sich Eltern an einem Tisch in der Stadthalle mitnehmen konnten.

Am 22. Februar brachen in Burkina Faso Unruhen aus, berichtete Yameogo, der 1991 bei B.Braun in Melsungen eine Ausbildung gemacht hat und deutsch spricht. „Wie überall ging ein bisschen der Punk ab“, sagte er. Nun sei aber wieder Ruhe eingekehrt.

Inzwischen gebe es ein Haus der Begegnung in Koudougou, in dem am Samstag- und Sonntagnachmittag Ansprechpartner für Patenkinder zur Verfügung stehen, wenn es Probleme gebe. Dieses Haus hatte das Ehepaar Brübach gekauft mit Blick auf den Ruhestand. Annemarie Brübach, deren Engagement er mehrmals würdigte, starb vor zwei Jahren in Koudougou. Nun wird das Haus für die Patenkinder genutzt, erzählte er.

Es gibt für das dortiges Ausbildungszentrum auch Sponsoren aus Belgien und Frankreich, die beispielsweise einen Computerraum finanziert haben. Das meiste Geld aber komme aus Melsungen, sagte er. Drei Jahre dauere die Ausbildung, die den Ausbildungsstandards in Hessen entspreche. Bei den Friseuren haben 20 von 25 Azubis ihre Prüfung bestanden, darunter ein paar Patenkinder.

Parallel werde ein neues Projekt installiert, um Kindern, die in der Schule Probleme haben, zweimal pro Woche eine Hausaufgabenhilfe anzubieten. Das sei Dank der Hilfe aus Melsungen möglich. „Ich danke Ihnen von Herzen“, sagte er stellvertretend für die 432 Patenkinder. Das Geld werde eingesetzt „gegen die harte Armut, indem sie einen Beruf erlernen“. Zum Jahreswechsel bekämen alle Pateneltern Schulbescheinigungen und Bilder ihrer Patenkinder.  (zal) HINTERGRUND

Kontakt: Städtepartnerschaftsverein, Emmanuel Goujard, Tel. 01 60/ 94 67 69 57

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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