Berufsschule rückt in den Mittelpunkt

Kultusminister Beer besuchte Firma Horn und Bauer

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Mit neuen Auszubildenden: Kultusminister Nicola Beer (FDP) und Geschäftsführer Reinhard Bauer.

Schwalmstadt. Wie ist es um die Ausbildung im ländlichen Raum bestellt, darüber informierte sich die hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) am Dienstagnachmittag bei der Firma Horn und Bauer.

Der Folienspezialist aus Treysa bildet derzeit 30 junge Menschen in verschiedenen Berufen – von Verfahrensmechaniker bis zur Industriekauffrau – aus.

„Die Zeitungen sind voll mit G8 und G9“, sagte Beer, doch mehr als auf die gymnasiale Schulzeit solle sich der Fokus auf die Ausbildung in den Berufsschulen richten, denn die werde von mehr Schülern besucht. Das diskutierte die Kultusministerin mit Geschäftsführer Reinhard Bauer und Personalleiterin Christina Nass. „Die Versorgung in der Breite soll gewährleistet werden“, sagte Beer, und zwar nicht nur in den großen Städten.

Doch nicht jeder Berufsschule-Standort kann alle Fachrichtungen anbieten. Azubis für Lagerlogistik beispielsweise müssen zum Unterricht nach Melsungen. „Wir können dann nur Bewerber einstellen, die volljährig sind“, sagte Christina Nass, denn die Azubis müssten dringend Auto fahren können, um zur Berufsschule zu gelangen.

Horn und Bauer verfüge über einen guten Ruf als Ausbilder, versicherten die Auszubildenden der Ministerin. Doch die Bewerberzahlen gehen zurück, besonders Mädchen würden sich für die technischen Berufe kaum interessieren.

Eine Vielzahl der Lehrlinge des Schwalmstädter Mittelständlers bringt dabei die Fachhochschulreife mit. Das ist laut Reinhard Bauer in vielen Fällen nötig, um die Ausbildung abschließen zu können. Horn und Bauer bietet vermehrt interne Schulungen an, wenn die Grundlagen nicht ausreichen und setzt auf Weiterbildung durch Fremdsprachenkurse.

Wen die Firmen nehmen, hängt auch immer davon ab, wer sich bewirbt. Ein Unternehmen mit 200 Azubis habe mehr Probleme, passende Bewerber zu finden als Horn und Bauer, so Beer. „Wir müssen schon schauen, dass die Firmen auch Schüler von Real- und Hauptschulen einstellen“, so die Kultusministerin.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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