Haftpflichtprämie verschärft Situation

Beschluss aus Berlin zur Geburtshilfe lässt Hebammen hoffen

Wolfhager Land. Der Bundesrat hat kürzlich den Antrag von acht Bundesländern zur Absicherung der Geburtshilfesituation mit großer Mehrheit angenommen.

„Das ist eine positive Entwicklung, denn es ist wichtig, dass die Politik jetzt handelt“, sagt Andrea Strube (Zierenberg), stellvertretende Landesvorsitzende des Hessischen Hebammenverbandes. „Es muss eine schnelle Lösung geben, denn die Hebammen haben Existenzängste und wissen nicht, wie es nächstes Jahr weitergeht.“

Das Problem ist, dass die Nürnberger Versicherung ab 1. Juli 2015 keine Hebammen-Versicherung mehr anbietet. „Das wäre ein Berufsverbot für Hebammen“, so Strube. Verschärft wird die Situation durch eine weitere Erhöhung der Haftpflichtprämie um 20 Prozent auf 5091 Euro ab Juli 2014. 137 Hebammen arbeiten im Landkreis Kassel.

Davon sind etwa 70 freiberuflich tätig und fürchten um ihre berufliche Zukunft, denn ohne eine Haftpflichtversicherung dürfen sie nicht arbeiten. Die Nürnberger Versicherung verweist auf unsere Anfrage auf den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Es gibt nicht mehr Geburtsschäden wie früher, aber die Kosten, die durch einen Geburtsschaden anfallen, sind stark gestiegen“, sagt Alina Schön von der Presse- und Öffentlichkeitsstelle der GDV. „Aber die GDV ist zur Zeit in Gesprächen mit der Politik und den Hebammenverbänden, um eine langfristige und bezahlbare Lösung zu finden“.

Gründe für den Anstieg der Prämien liegen in der vielfältigen, langen und damit teureren Behandlung und Pflege nach einem Geburtsschaden. Nach Angaben der GDV werden folgende Lösungen diskutiert: angemessene Vergütungssätze, Prävention und Risikomanagement, um Schäden zu vermeiden und ein Regressverzicht der Sozialversicherungsträger bei Personengroßschäden.

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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