Bessere Versorgung

Bessere Hilfe für Patienten: Fritzlarerin gründet Lymph-Netzwerk

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Sie kümmert sich um Patienten mit Ödem: Claudia Thiel vom Sanitätshaus Thiel in Fritzlar hat das Lymphnetz-Fritzlar gegründet.

Fritzlar. Die Fritzlarerin Claudia Thiel hat ein Netzwerk für Ärzte, Physiotherapeuten und Sanitätshäuser gegründet - das Lymphnetz Fritzlar. Zusammen wollen sie Patienten mit Lymph- oder Lipödem besser versorgen.

Wer unter dicken, geschwollenen Armen und Beinen leidet, wird von vielen Menschen als übergewichtig abgestempelt. Dann heißt es „Nimm doch mal ab“ und „Iss einfach weniger.“ Doch mit weniger Essen sei es bei Patienten mit Lymph- oder Lipödem nicht getan, sagt Claudia Thiel vom gleichnamigen Sanitätshaus. Hinter den Beschwerden stecken ernsthafte Erkrankungen, die viele nicht kennen. Um das zu ändern, hat sie jetzt mit Ärzten, Physiotherapeuten und Sanitätshäusern aus der Region das Netzwerk Lymphnetz-Fritzlar gegründet.

Das Dilemma beginnt laut Thiel bei der Diagnose. Ein- bis zweimal die Woche habe sie Kunden, die die Symptome eines Lymph- oder Lipödem zeigen, jedoch nichts von der Erkrankung wissen. „Hausärzte haben oft Probleme, ein Lymph- oder Lipödem zu diagnostizieren. Sie sehen es selten“, sagt Thiel. Für sie stellt sich in diesen Momenten eine Frage: Wo schicke ich die Kunden hin? Fachärzte seien auf diesem Gebiet selten. Patienten müssten oft weite Wege in Kauf nehmen. Die nächste Fachklinik etwa sitze in Grebenhain (Vogelsbergkreis). Auch könne sie sagen, welche Praxen in Fritzlar eine vernünftige Lymphdrainage anbieten, für andere Orte könne sie es nicht.

Bei dem Netzwerk geht es daher auch darum, sich kennenzulernen und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und Fachhandel zu verbessern. 15 Vertreter aus ganz Nordhessen seien jetzt zu einem ersten Treffen gekommen. Im kommenden Jahr soll die Arbeit vertieft werden, kündigt Claudia Thiel an. Dann soll es um Leitlinien und um Absprache bei der Arbeit gehen. Zudem möchten Thiel und ihre Mitstreiter die Krankheitsbilder Lipödem und Lymphödem bekannter machen.

Auch eine Selbsthilfegruppe sei denkbar. Der Bedarf an Informationen und Aufklärung sei jedenfalls groß. Damit Patienten sich Vorwürfe wie „Jetzt nimm doch mal ab“ und „Iss mal weniger“ am besten gar nicht mehr hören müssen.

Quelle: HNA

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