Bessere Zukunft für Kinder

Lions Club fördert vier Projekte für mehr Integration

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Im Gespräch: Gerda Altrichter, Barbara Grings, Torsten Howorka, Johannes Rink, Anke George, Dagmar Müller, Reinhard Bauer, Sabine Strobach, Bernd Gliemann, Barbara Kaufmann-Wechsel, Daniel Schote und Thomas Weidemann (von links) tauschten sich über Integrationsprojekte aus.

Ziegenhain. Kinder mit Migrationshintergrund sollen in der Schwalm künftig stärker integriert werden. Dieses Ziel haben sich die Kita im Steinweg in Ziegenhain, die Beruflichen Schulen, die Hochlandschule Gilserberg und die Carl-Bantzer-Schule auf die Fahne geschrieben.

Vier Projekte wurden dazu an jeder Einrichtung entwickelt. Sie überzeugten bei einem Wettbewerb des Lions Clubs Schwalmstadt. Die Mitglieder des Clubs zeichneten die Ideen in einer Feierstunde im Rosengarten aus. „Migrantenkinder haben allein schon durch die Sprache Nachteile und schlechtere Bildungschancen. Dagegen möchten wir etwas tun“, erklärte der neue Präsident Bernd Gliemann.

Anke George von der Kita erläuterte das geplante Kunstprojekt: „Diese Kinder sind oft traumatisiert. Wir möchten ein Angebot schaffen, bei dem die Sprache nicht im Vordergrund steht, sondern sich die Kinder über gemalte Bilder ausdrücken können“, verdeutlichte die Erzieherin. Unter dem Motto „So wie ich male, geht es mir“, seien ein Eltern-Kind-Nachmittag, eventuell eine Ausstellung der Werke geplant. Ein integratives Koch-Projekt läuft bereits seit einiger Zeit erfolgreich an den Beruflichen Schulen, geleitet von Gerda Altrichter. „Es werden vor allem Rezepte aus den Ländern unserer Schüler zubereitet. Die Hemmschwellen sinken in der gemeinsamen Arbeit - denn gegessen wird überall gern. Daraus könnte ein Kochbuch entstehen“, erklärt sie.

An der Hochlandschule soll sich künftig eine FSJ-Kraft um die Flüchtlingskinder ümmern. „Die Kinder kommen ohne Deutschkenntnisse zu uns in die Schule. Wir erleben die Schüler aus sehr pfiffig und offen, aber es hapert an der Verständigung“, sagt Schulleiterin Barbara Kaufmann-Wechsel. Um Bedeutungen und Worte im Unterricht zu klären, brauche man schlicht eine weitere Person. Einen multilingualen Willkommensgruß in Form einer großen Wand plant die Carl-Bantzer-Schule. Johannes Rink verdeutlichte das Projekt: „Die Sprachbarrieren sind hoch. Deshalb soll jeder Migrant einen Schülerpaten bekommen, der die Schule erklärt. Handabdrücke werden auf einer Wand verewigt, ebenso Willkommensgrüße in den jeweiligen Sprachen.“ Gliemann lobte das Engagement der Wettbewerbsteilnehmer: „Danke, dass sie sich dieser Aufgabe stellen.“ Insgesamt stiftet der Club hierfür in diesem Jahr 5000 Euro. (zsr)

Quelle: HNA

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