Trendsport aus den USA

Seilspringen extrem: Bester Rope Skipper der Welt kommt aus Spangenberg

Spangenberg/Melsungen. Seilspringen können viele. Aber während eines Sprungs das Seil gleich dreimal unter den Füßen durchziehen - das können nur ganz wenige. Eric Seeger schafft diesen „Triple Under" mehr als 520-Mal - Weltrekord!

Mit dieser Leistung knackte er jetzt den Weltrekord bei der Rope Skipping (Hochleistungsseilspringen)-Weltmeisterschaft in Schweden.

„Ich kann das alles immer noch nicht richtig glauben. Weltmeister zu sein, ist ein ganz komisches Gefühl“, erzählt der 20-Jährige, der bei der Melsunger Turngemeinde (MT) im Rope-Skipping-Team trainiert. Als er nach Schweden gefahren ist, habe er eigentlich nur das Ziel gehabt, seine persönliche Bestleistung der Europameisterschaft zu schlagen. „Aber die vielen Menschen dort in der Halle haben mich so angetrieben, dass plötzlich viel mehr drin war.“

Außerdem habe direkt im Feld neben ihm der Weltrekordhalter aus Australien seine Sprünge absolviert. „Das hat mich enorm unter Druck gesetzt.“

Während des Springens habe er aber noch gar nicht mitbekommen, dass er gerade dabei ist, den Weltrekord zu knacken. „Plötzlich hat das Publikum angefangen zu schreien und dann musste ich erstmal gucken, wie viele Sprünge es überhaupt waren.“ Denn Mitzählen könne er die Sprünge nicht. „Da bin ich ja hochkonzentriert.“

Eric Seeger, der in Kassel Biologie studiert, trainiert bei der MT vier- bis fünfmal die Woche. „Aber eigentlich gibt es keinen Tag, an dem ich nicht einmal über das Seil springe.“ Auch Krafttraining stehe bei dem 20-Jährigen regelmäßig auf dem Plan, denn sonst „machen die Beine beim Springen ganz schnell schlapp.“ Einen Tag nachdem er in Schweden den Weltrekord aufgestellt und 521-Mal hintereinander den schwierigen Dreifachsprung gemeistert hat, habe er aber trotzdem enormen Muskelkater gehabt. „So schlimm hatte ich das vorher noch nie. Aber es hat sich ja gelohnt“, sagt der Student und strahlt.

2002 fing Seeger mit Rope Skipping an, seine Schwester hat ihn auf die Sportart gebracht, nachdem ihm weder Handball noch Fußball richtig Spaß gemacht haben. „Dann habe ich auch mal Rope Skipping ausprobiert, weil meine Schwester das auch gemacht hat. Da bin ich dann dran geblieben.“

Dass er in seiner Freizeit seilspringt, werde häufig belächelt. „Einige, besonders Fußballer, meinen dann, dass das doch kein Sport sei.“ Wenn er dann aber eines seiner Sprung-Videos zeige, seien sie dann doch sehr beeindruckt von seinem Talent.

Für die Zukunft hat sich Seeger viel vorgenommen. „Die Konkurrenz schläft nicht.“ Besonders aus China und Japan kämen gute Rope Skipper. „Deswegen werde ich viel trainieren, damit ich meinen Weltrekord nochmal toppen kann.“

Hintergrund: Trendsport aus den USA

Beim Rope Skipping geht es darum, mit einem Springseil möglichst trickreiche Sprünge zu zeigen. Der Trend kommt aus den USA und schwappte in den 1980er Jahren zu uns. Im Deutschen Turnerbund ist es mittlerweile eine offizielle Wettkampfsportart. Wettkämpfe gibt es sowohl für Teams als auch im Einzel. Eric Seeger stellte in der Disziplin „Triple Under“ den Weltrekord auf. Dabei muss das Seil dreimal unter den Füßen durchgezogen werden, während man einen Sprung macht. Die Sprünge werden gezählt, bis der Sportler einen Fehler macht oder aufgibt. Neben dem Triple Under, der zu den Königsdisziplinen gehört, gibt es zum Beispiel auch den Kick Swing. Hier wird bei jedem Sprung ein Knie angewinkelt und mit dem Unterschenkel nach vorne gekickt. 

Quelle: HNA

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