Werkstattausstellung des Keramikkünstlers Reinhold Rieckmann in Dissen

Die besten Jahre in Ton

Eröffnung der Werkstattausstellung: Die Gäste machten sich ein umfassendes Bild der Arbeiten von Reinhold Rieckmann. Der Künstler und seine Frau Hedwig Rieckmann führten die Besucher durch die Ausstellung. Fotos:  Eberlein

Dissen „Die vergangenen zehn Jahre waren künstlerisch die besten meines Lebens“, sagte Reinhold Rieckmann bei der Eröffnung seiner Werkstattausstellung am vergangenen Samstag. Der Keramikkünstler öffnete anlässlich seines 70. Geburtstages vier Tage lang die Türen seines Hauses für Besucher.

Seit über 50 Jahren fertigt Rieckmann Arbeiten aus Ton- und Porzellanmasse an. 2000 Kunstwerke hat er bereits geschaffen, etwa 500 davon sind in Museen in ganz Deutschland untergebracht, unter anderem im Grassimuseum in Leipzig

„Es zählt nicht die Schnelligkeit oder Verkaufbarkeit meiner Arbeiten“, erklärt Rieckmann. Jedes seiner Kunstwerke ist anders. Alle haben ihre eigene Geschichte, ihre eigene Schönheit. Der Künstler zelebriert jeden seiner Arbeitsschritte mit viel Sorgfalt. Dickwandiges Drehen ist seine Arbeitsweise, bei der eindrucksvolle Plastiken, Vasen und Wandobjekte entstehen. „Serienfertigung hat ihn nie interessiert“, sagt Ehefrau Hedwig. Sie hilft ihrem Mann ab und an - so zum Beispiel bei schwierigen Brennvorgängen.

Besonders ans Herz gewachsen seien ihm seine keramischen Plastiken. Thematisch hat er dabei immer wieder Machtstrukturen und Herrschaftsverhältnisse aufgegriffen. So finden sich unter seinen Arbeiten zum Beispiel die Werkgruppe „Unsichere Machtverhältnisse“ oder die Zyklen „Wege zur Macht“ und „Gefangenschaft“. Er sei zufrieden mit seinem Werk, sagt Rieckmann. „Man weiß ja nie, wie lange man noch kreativ sein kann.“ Ihn beruhige aber die Gewissheit, dass auch in 100 Jahren noch Arbeiten von ihm da sein werden.

Sein künstlerisches Schaffen ist jedoch nicht nur auf die Keramik begrenzt. In seiner Ausstellung waren auch Fotografien und Drucke zu sehen. Eine Besonderheit der Drucke ist die Verwendung außergewöhnlicher Druckplatten: Rieckmann nutzt alte Grabsteine beziehungsweise das, was noch von diesen übrig ist.

Von Christel Eberlein

Quelle: HNA

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