Dorfmuseum im Dunkeln: In Holzburg erstrahlte das Areal im Kerzenschein – Szenen von damals wurden lebendig

Besucher entdeckten Kultur bei Nacht

Hatten ihren Spaß: Margot Werner, Hilde Müller besuchten das Dorfmuseum im Dunkeln und Ilse Grein nahm später den alten Webstuhl wieder in Betrieb. Foto:  Rose

Holzburg. Zum Ende der Museumssaison in Holzburg präsentierten sich die Mitglieder des Vereins Schwälmer Dorfmuseum noch einmal in völlig neuem Licht – nämlich beinahe im Dunkeln. Am Freitag- und Samstagabend öffnete die Anlage im Schrecksbacher Ortsteil ihre Türen erst am späteren Abend.

Den Besuchern bot sich eine zauberhaft illuminierte Kulisse: Schon am Eingang empfing flackerndes Kerzenlicht die Gäste, Laternen wiesen den Weg. Im Hof schmiegten sich Lichterketten entlang der Sandsteinmauern, Fackeln setzten Akzente im hügeligen Garten. Wer sich auf den Weg die Treppen hinauf in die erste Etage der Pfarrscheune machte, entdeckte Erstaunliches: In den eingerichteten Räumen wurden die Szene von einst lebendig.

Horst Starmann saß mit der Kaffeemühle in der Hand da, Angela Kurz brachte die alte Nähmaschine zum Summen – just in dem Moment als Gäste den Raum betraten. Die Schaukästen mit Puppen in Tracht schienen ebenfalls wahrhaft lebendig zu werden. Alena Kurz pfiff kurz und bündig im Hintergrund, um Sekunden später wieder zur Figur in Schwälmer Tracht zu erstarren. Der Webstuhl ratterte monoton im Schein der vielen Kerzen. Ilse Grein erfüllte den Raum mit dem beruhigenden Surren.

Die Besucher genossen den Kontrast zwischen lebhaften Szenen und angenehmer Stille. Margot Werner aus Homberg/Ohm und Hilde Müller aus Heidelbach wanderten begeistert durch die szenischen Darstellungen.

Die Idee zum Museum im Dunkeln kam vom Vorsitzenden Klaus Hahn: „Im Dunkeln erlebt man vieles ganz anders. Ich fand es reizvoll, die Räume mit neuen Geräuschen zu beleben“, erklärt er. Vor dem Gasthaus Wahl bot sich zum Ende des Rundgangs die Gelegenheit zu einem gemütlichen Plausch.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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