Besucher der Weidelsburg können ab Pfingsten den neuen Wehrgang nutzen

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Neuer Wehrgang: (von links) Jürgen Depenbrock, Volker Debelius, Jochen Gruber, Heinrich Bachmann, Stefan Opfermann und Heinrich Deuermeier auf der Weidelsburg.

Ippinghausen. Die auf 492 Meter Höhe thronende Weidelsburg bei Ippinghausen ist um eine Attraktion reicher: An einem Schalenturm der Ruine, die zu den bedeutendsten spätmittelalterlichen Burganlagen in Hessen zählt, wurde ein neuer Wehrgang installiert.

Nach Anbringen eines Fallgatters am Eingang des begehbaren Ostturms (wir berichteten) ist dieser Wehrgang das zweite Verteidigungsmerkmal des beliebten Ausflugziels.

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Ursprünglich hatte der Förderverein zur Erhaltung der Weidelsburg in Kooperation mit dem Naturpark Habichtswald sowie Hessen-Forst die Rekonstruierung eines historischen Wehrgangs an der Mauer zwischen dem Ost- und Westturm geplant. Dies scheiterte jedoch an den Kosten von rund 55.000 Euro. In Absprache mit dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege wurde das Projekt jetzt am Schalenturm mit einem Gesamtvolumen von 18.000 Euro verwirklicht.

Unterstützung der EU 

Die Hälfte der Kosten übernimmt die EU. Aus dem Leader-Programm geht das Geld an den Naturpark Habichtswald, der es in das Burgprojekt investiert. Die andere Hälfte der Summe kam über Spenden zusammen, vor allem brachte sich die Kasseler Sparkassenstiftung ein. Der neue Wehrgang hat keinen historischen Ursprung. Fördervereinsvorsitzender Heinrich Bachmann: „Er symbolisiert ein Verteidigungsmerkmal des mittelalterlichen Burgenbaus. Leider verfügen wir weder über Pläne noch über wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Weidelsburg-Wehrgänge ausgesehen haben und ob sie aus Holz oder Stein waren.“

Herzstück des neuen und nach innen ragenden Wehrgangs ist eine vom Ippinghäuser Fachunternehmen Stefan Opfermann angefertigte Konstruktion aus Stahlträgern und Gitterrosten. Die Brüstung besteht auch für den Treppenbereich aus sandgestrahlten Eichenholzbohlen.

Jakob Gruber vom Forstamt Wolfhagen: „Erstmals für die Weidelsburgbesucher begehbar ist der Wehrgang am Pfingstfest.“ Freigegeben hat Hessen-Forst weitere 15.000 Euro für die bereits laufenden Sanierungsarbeiten der nördlichen Außenmauer der Burg.

Gruber: „Hier war durch lockere Mauersteine keine Sicherheit mehr für die Besucher gewährleistet. Hessen-Forst hat diese Gefahren abgestellt.“

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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