Betreiber des Heimatmuseums Jutta und Rudolf Jacobi erhielten Bürgerpreis

Hüter der Vergangenheit: Jutta und Rudolf Jacobi führen mit viel Leidenschaft das Naumburger Heimatmuseum. Dies wissen auch Bürgermeister Stefan Hable (Zweite von links) und Stadtverordneter Mike Gerhold (rechts) zu schätzen. Foto: Hoffmann

Naumburg. Die musikalische Leidenschaft seines vor einigen Jahren verstorbenen Vaters Willi hat er nicht in die Wiege gelegt bekommen, das Interesse an der Vergangenheit und der Heimatgeschichte hingegen schon. Mit viel Leidenschaft führt Rudolf Jacobi gemeinsam mit seiner Ehefrau Jutta das Naumburger Heimatmuseum.

Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden sie jetzt mit dem Bürgerpreis der Stadt Naumburg ausgezeichnet.

Museum auf drei Etagen

Rudolf Jacobi war dabei, als vor gut 30 Jahren aus der väterlichen Scheune im Kronbergweg 30 ein Museum wurde. Zunächst auf einer, dann auf zwei und schließlich auf drei Etagen. „Geplant war das nicht“, erinnert er sich. „Eigentlich waren die anfänglich gesammelten Objekte nur als Dekoration für die Kellerbar gedacht“, fügt Ehefrau Jutta hinzu. Die aber sei schnell aus allen Nähten geplatzt und hätte nicht genug Platz für die kleinen und großen Schätzchen geboten, die heute das Naumburger Heimatmuseum über die Kreisgrenzen hinaus bekannt machen. Mit viel Liebe zum Detail entführt die Ausstellung in längst vergangene Zeiten.

Blick in die Vergangenheit

Man blickt in die Werkstatt eines Schmieds, besucht gleich nebenan einen Steinmetz und verliebt sich im Nu in die kleine, urgemütliche Schuster-Stube. „In Naumburg hatten wir einst 20 Schuster, heute keinen einzigen mehr“, sagt Rudolf Jacobi, der gemeinsam mit seiner Frau die Naumburger Vergangenheit lebendig hält. Mit viel Engagement und Liebe pflegen sie unzählige Ausstellungsstücke, führen Besucher vorbei an Obstpressen, Kaffeemühlen, Sensen und einer kleinen Sammlung von Gesteinen, Mineralien und Fossilien.

„Es ist das erste Mal, dass der Preis nicht an einen Verein geht“, sagt Stadtverordnetenvorsteher Mike Gerhold bei der Preisvergabe. Er kann sich selbst noch gut an die Anfänge des privat geführten Museums erinnern:„Ich war selbst als Schuljunge hier.“ Auf den alten Schulbänken, die im obersten Stock im alten Klassenzimmer zu sehen sind, dürfte er aber nicht mehr gesessen haben, Rudolf Jacobi hingegen schon. „Ja, ich habe auf den Bänken schreiben und rechnen gelernt“, sagt der Museumschef, „da wird manch Erinnerung wieder wach“. Und mit diesen Erinnerungen und erstaunlichem Wissen über das Gezeigte begeistert er immer wieder die Besucher. In jüngster Vergangenheit seien es etwas weniger geworden, doch das soll sich jetzt ändern. Die 500 Euro nämlich, die der Bürgerpreis mit sich bringt, will Jacobi in neue Plakate und Handzettel investieren. Das hätte sicher auch Vater Willi gefreut.

Öffnungszeiten: Ostern bis Oktober, mittwochs von 14 bis 17 Uhr und nach Absprache unter Telefon 05625-5612.

Quelle: HNA

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