Hintergründe sind unklar

Betreibergesellschaft kündigt Golfclub Escheberg fristlos

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Sorgen um die Anlage: Golfclub-Präsident Hans-Jürgen Eskuche steht vor den Bahnen auf Gut Escheberg, die derzeit aufgrund der Witterung gesperrt sind. Er hofft darauf, dass dieses Bild die Ausnahme bleibt und die Anlage bald wieder rege durch viele Golfer aus der Region genutzt wird.

Escheberg. Malerisch fügt sich die Golfanlage Gut Escheberg in das Landschaftsbild ein, umgeben vom Habichtswald bietet sich ein idyllisches Bild. Kein Straßenlärm, stattdessen Vogelgezwitscher und vor allem eines: Ruhe. Doch der Frieden auf der 18-Loch-Anlage trügt.

Denn die Betreibergesellschaft hat dem ansässigen Golfclub (GC) kürzlich fristlos gekündigt.

Die Hintergründe sind unklar, fest steht jedoch: Der Golfclub hat eine Kündigungsschutzklage eingereicht, dadurch ist die Kündigung derzeit unwirksam, sagt GC-Präsident Hans-Jürgen Eskuche. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Heinz Schulze, wollte sich mit Hinweis auf „ein laufendes Verfahren“ nicht zur Situation und den Gründen der Kündigung äußern.

Aus Kreisen des noch 600 Mitglieder starken Vereins wird jedoch Kritik am Stil des Geschäftsführers laut. In einem Schreiben (liegt der HNA vor) wurde den Mitgliedern die Kündigung durch die Betreibergesellschaft mitgeteilt. Darin heißt es auch, dass sich für die Mitglieder nichts ändere, wenn die entsprechenden Beiträge für den Deutschen (DGV) und Hessischen Golfverband (HGV) an die Betreiber entrichtet würden.

Einsparungen wie beispielsweise in Bezug auf die Greenkeeper, die zuständig für die Platzpflege sind, hätten außerdem zu einem schlechten Zustand der Anlage geführt. All dies hätte dazu beigetragen, dass von einst 750 Mitgliedern nur noch 600 übrig geblieben seien.

An derartigen Äußerungen will sich Präsident Eskuche nicht beteiligen und blickt trotz der schwierigen Situation optimistisch in die Zukunft. Man sei den Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Betreibergesellschaft immer pünktlich nachgekommen. Er gehe davon aus, dass die Kündigung seitens der Betreiber zurückgezogen wird und es zu einer Einigung kommt.

Man sei derzeit in Gesprächen, die in sachlich-konstruktiver Atmosphäre verliefen, sagt der 64-jährige Ahnataler. Man werde seitens des Golfclubs alles in die Waagschale werfen, um den Spielbetrieb auf „der wunderschönen Anlage“ aufrechtzuerhalten. Dazu gebe es auch eine mündliche Zusage der Betreibergesellschaft. Nun gelte es erst einmal, die Entscheidung des Gerichts abzuwarten.

Erst wenn man dort verliere und die Gespräche wider Erwarten keine Lösung ergeben würden, müsse man sich ernsthafte Sorgen machen. Konkret würde dies bedeuten, dass der Verein aufgelöst würde.

Damit würden nicht nur viele Freizeitgolfer ihre sportliche Heimat verlieren, sondern auch zahlreiche talentierte Jugendliche. Dass es so weit kommt, glaubt Eskuche aber nicht: „Wir wollen nichts anderes, als auf der tollen Anlage Golf zu spielen.“

Dass dies auch künftig klappt, da ist sich der Präsident zu „98 Prozent“ sicher.

www.golfclub-escheberg.de

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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