Kommune zieht sich aus Spiel- und Lernkreis zurück: Hauptamtliche Stelle fällt weg

Betreuung vor dem Aus

Platz im evangelischen Gemeindehaus: Im Untergeschoss des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Frielendorf ist der Spiel- und Lernkreis zu Hause. Foto: Grede

Frielendorf. In Frielendorf droht einer langjährigen Institution das Aus. Seit fast 25 Jahren bietet der Spiel- und Lernkreis für Schulkinder eine Nachmittagsbetreuung an. Damit wird in dieser Form voraussichtlich mit Schuljahrsende Schluss sein. Der Grund: Die Kommune zieht sich aus dem Konstrukt, dessen Träger die evangelische Kirchengemeinde ist, zurück. Die derzeitige hauptamtliche Mitarbeiterin wird ab August in die Gemeindeverwaltung wechseln und dort das Amt der Seniorenbeauftragten versehen.

Das bestätigt auf Anfrage der HNA Frielendorfs Bürgermeister Birger Fey. Aufgrund der finanzielle Enge sehe die politische Gemeinde keine andere Lösung, erklärte Fey. Mit 25 000 Euro unterstützte seinen Angaben nach die Kommune im vergangenen Jahr den Spiel- und Lernkreis. Damit sei Frielendorf jährlich mit mehr als 50 Prozent an dem Angebot beteiligt gewesen. Frielendorf sei über Jahre hinweg im Schwalm-Eder-Kreis die einzige Gemeinde gewesen, die eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder förderte.

Schulsozialarbeit

Inzwischen halten die Schulen entsprechende Angebote vor. Außerdem beteilige sich die Gemeinde an der Schulsozialarbeit.

Pfarrer Marco Firnges von der Kirchengemeinde Spieskappel-Frielendorf hofft, dass das Projekt, das sich insbesondere an Kinder aus sozial schwächeren Familien richtet, über andere Mittel fortgesetzt werden kann. Eltern entrichten für das Angebot einen „eher symbolischen Beitrag“.

Circa 18 Kinder aus dem Einzugsgebiet der Ohetalschule in Verna und der Palmbergschule in Frielendorf werden derzeit im Spiel- und Lernkreis in drei Gruppen an drei Nachmittagen in der Woche betreut.

Domizil des Spiel- und Lernkreises ist die untere Etage des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Frielendorf. Unter Anleitung der hauptamtlichen Mitarbeiterin unterstützen laut Firnges sechs fachkundige Frauen die Kinder. Angeboten wird auch ein Fahrdienst für Kinder aus den Ortsteilen.

Zwar hat Firnges Verständnis für die finanziellen Zwänge der Gemeinde, aber der soziale Druck bei Familien sei auch da. Und ohne die kommunale Unterstützung sei die hauptamtliche Stelle nicht zu besetzen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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