DGB weist auf hohen Anteil im Niedriglohnbereich hin

Betriebe sehr zufrieden mit Arbeitsmarkt-Lage

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Schwalm-Eder. Aus Sicht der Unternehmer hat sich der Arbeitsmarkt im Schwalm-Eder-Kreis seit 2005 ausgesprochen positiv entwickelt.

Die Zahl der Arbeitslosen sei in dieser Zeit um 5010 zurückgegangen, 4380 Arbeitsplätze seien im Landkreis neu entstanden, heißt es in einer Pressemitteilung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

Landesweit könne gar von einem Beschäftigungsrekord gesprochen werden. Die Unternehmer weisen auf weitere positive Entwicklungen hin. Zusätzlich 730 Menschen verdienten in einer Vollzeitbeschäftigung einen Einstiegslohn (höchstens 1677 Euro). Außerdem sei festzustellen, dass Ältere länger beschäftigt blieben, mehr Frauen wieder eine Anstellung erhielten und mehr Arbeitslose den Weg zurück in Arbeit fänden. Der Einstieg sei der wichtigste Schritt und Basis für jeden Aufstieg, erklärte Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Nordhessen der Unternehmerverbände.

Die Arbeitnehmerseite bestätigt, dass die Beschäftigung im Landkreis insgesamt zugenommen hat, kommt aber zu einer anderen Bewertung. Holger Kindler, der für den Schwalm-Eder-Kreis zuständige DGB-Gewerkschaftssekretär, weist darauf hin, dass im Landkreis 8751 Menschen in einer Vollbeschäftigung sind, aber nur einen Niedriglohn erhalten. Der liege bei 1890 Euro. Außerdem habe die Zahl der Mini-Jobs im Landkreis von 2003 bis 2001 um 2500 zugenommen. Insbesondere Frauen seien in solchen Beschäftigungsverhältnissen, gab Kindler zu bedenken.

Während der DGB aus diesen Gründen die Einführung eines Mindestlohns für alle Branchen von 8,50 Euro fordert, warnt der Unternehmerverband davor. Dadurch werde ein Flurschaden insbesondere bei den Arbeitsplätzen mit einfacher Tätigkeit in Kauf genommen, erklärte Jürgen Kümpel.

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Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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