Katastrophe von Neustadt ist das Thema

Hephata-Werkstätten: Die Betroffenheit ist groß

Zusätzlich sensibilisiert: von links Hans-Günter Kripko , Klaus Dieter Horchem und Uwe Schwalm in dem neuen Werkstattgebäude an der Ziegenhainer Feuerwache. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Die Katastrophe von Neustadt war gestern auch in den Hephata-Werkstätten für Behinderte das beherrschende Thema. Mitarbeiter boten Bereichsleiter Hans-Günter Kripko spontan ihre Mithilfe bei einer Überprüfung der Sicherheits- und Rettungskonzepte an, Beschäftigte tauschten sich aus.

„Alle sind sehr betroffen“, sagte der Bereichsleiter Werkstatt, „wir alle sind zusätzlich sensibilisiert.“ 580 Menschen haben in den Werkstätten für Behinderte ihre Beschäftigung, 250 allein innerhalb des Hephata-Geländes am Lindenplatz in Treysa. Sie haben unterschiedlichen Hilfebedarf. Menschen dicht am Ersten Arbeitsmarkt sind genauso dabei wie Rollstuhlfahrer und Mehrfachbehinderte. Hinzu kommen 150 Mitarbeiter. Industriemontage und die Herstellung von Fahrzeuganhängern bilden den Schwerpunkt.

Brandschutz ein Dauerthema

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„Brandschutz ganz generell ist bei uns ein Dauerthema“, unterstrich Hephata-Direktor Klaus Dieter Horchem bei einem Ortstermin in dem neuen Produktionsgebäude am Ortsrand von Ziegenhain, wo in diesen Tagen 145 Menschen die Arbeit aufnehmen werden.

Dort ist beispielsweise eine zentrale Entrauchung installiert, die im Fall eines Brandes den Qualm nach oben wegzieht. Auf den drei Säulen Brandverhütung, baulicher Brandschutz und Verhalten im Unglücksfall ruht die Vorsorgearbeit. Aber, so unterstrich Horchem, in 100-prozentiger Sicherheit dürfe sich niemand wiegen, trotz jährlicher Evakuierungsübungen, enger Zusammenarbeit mit der Bauaufsicht des Landkreises und Schutzkonzepten für jedes einzelne Gebäude des Diakoniezentrums. Vorteilhafterweise sind außerdem die allermeisten Arbeitsplätze in den Hephata-Werkstätten im Erdgeschoss. Außer einem glimpflich verlaufenen, nächtlichen Brand in der Gärtnerei vor einigen Jahren war Hephata übrigens noch nie von einer Großeinsatzlage betroffen.

Selbstverständlich werde man neue Erkenntnisse aus der Neustädter Tragödie einbeziehen, doch noch überwögen dort Spekulationen, darüber waren sich die Verantwortlichen in Hephata gestern einig.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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