Online Karten bestellt

Betrug mit falschen Tickets für Just-White-Party im Auestadion

Über den Tisch gezogen: Jan-Henrik Götte aus Breuna hatte Pech beim Kauf von Eintrittskarten im Internet. Er geriet an eine Betrügerin. Vater Klaus Eichhorn-Götte erstattete Anzeige. Foto: Deppe

Breuna. Die Vorfreude war groß, der Schock noch größer. Als Jan-Henrik Götte aus Breuna sich am vergangenen Samstag in die Schlange vor dem Kasseler Auestadion stellt, um auf die „Just White“-Party zu gelangen, ahnt der 16-Jährige noch nichts von seinem Pech:

Denn nach dem Scannen seiner Karte wird er von der Mitarbeiterin des Veranstalters gebeten, ihr zur so genannten Cleaningstelle zu folgen. Nach einer erneuten Überprüfung, dann die Schreckensmeldung: Die Karte ist gefälscht, kein Einlass!

„Verpennt“ hatte der Schüler der Wilhelm-Lückert-Schule in Kassel, sich im Vorverkauf eine Karte zu besorgen. Auf einem Online-Marktplatz erstand er zwei Eintrittskarten für zusammen 60 Euro – 33 Euro mehr als im Vorverkauf.

Seriös aussehendes Angebot

Ein seriös aussehendes Angebot – der 16-Jährige zweifelte keinen Moment. Immerhin hatte die Anbieterin einen Klarnamen und eine Handynummer angegeben. Einen Anruf und ein paar SMS später überwies Jan-Henriks Vater Karl Eichhorn-Götte das Geld an die Frau aus Aschaffenburg. Als die Karten wenig später im Briefkasten lagen, stieg die Vorfreude noch weiter.

Just White Party im Auestadion

Die gefälschten Karten – begleitet wurde Jan-Henrik von einem Freund – hätte man selbst dann nur schwer als solche erkennen können, wenn man das Original daneben gehalten habe, sagt er. Am Sonntag erstatte Klaus Eichhorn-Götte dann Anzeige bei der Wolfhager Polizei. Dort übergab er auch die Handynummer der Verkäuferin. Sich selbst nochmal auf diesem Wege an die Frau wenden, wollte er nicht. „Wir möchten da ja jetzt auch niemanden vorwarnen“, sagt der 53-Jährige.

Laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch sind der Kasseler Polizei keine ähnlichen Fälle bekannt. Jan-Henrik Götte hatte an der Cleaningstelle noch andere Betroffene kennengelernt, die bis zu drei Stunden Fahrt auf sich genommen hatten, um Teil der Party zu sein. Klaus Eichhorn-Götte vermutet, dass diese aus Scham nicht zur Polizei gegangen seien, oder ihre Anzeige später woanders aufgegeben haben.

Die Familie Eichhorn-Götte hatte auch noch andere Hessentagskonzerte besucht. „Ein tolles Fest, mit schönen Erlebnissen, deshalb war die Enttäuschung am Samstag besonders groß.“

Jan-Henrik aber bewies am Samstag, wie gern er die „Just White“-Party besuchen wollte. Nur wenige Minuten nachdem der Betrug aufgeflogen war, kaufte er einem Pärchen in der Nähe des Stadions zwei Karten ab, diesmal für 55 Euro. Überprüft hat er diese vorher nicht. „Ich bin das volle Risiko noch einmal gegangen“, sagt er. Belohnt wurde er mit Plätzen in der zweiten Reihe. „Zwar eine halbe Stunde zu spät, aber dann war es der Hammer.“Das Konzert mit Howard Donald und DJ Antoine, auf die er sich besonderes gefreut hatte, konnte er nach der Enttäuschung so trotzdem noch genießen.

Quelle: HNA

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