Verein Humanitäre Hilfe Osteuropa organisiert Hilfstransport nach Weißrussland

Betten für Bedürftige

Vom Melsunger Klinikum nach Weißrussland: Dr. Diethardt Roth mit Edgar Eckert beim Verladen der Betten, die das Krankenhaus gespendet hat. Foto: Slawik

Melsungen/Homberg. Schon früh um 8 Uhr trifft der 40-Tonner am Freitag am Melsunger Krankenhaus ein. Damit nicht unnötig Zeit verloren geht, packen Dr. Diethardt Roth und die Stadt-Mitarbeiter Dieter Wilkening und Edgar Eckert mit an und befördern gebrauchte Klinikbetten und weiteres Material auf die Ladefläche. Denn der Lastwagen hat noch einen langen Weg vor sich. Sein Ziel ist ein Heim für psychisch kranke Menschen in der Stadt Polozk in Weißrussland.

Diethardt Roth ist Diakoniedirektor der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Bischof im Ruhestand. Als Vorsitzender des Vereins Humanitäre Hilfe Osteuropa hilft der 69-Jährige seit Jahren dort, wo Regierungen nicht helfen. „Wir haben immer wieder festgestellt, dass es in vielen Ländern Osteuropas am Nötigsten mangelt. Es besteht dort ein immens großer Hilfsbedarf“, sagt Roth.

Als er im Jahr 2008 zusammen mit einer Delegation des Vereins das Heim für psychisch kranke Menschen in Polozk besuchte, wurde er Augenzeuge der schlechten Lebensumstände von 160 Patienten. „Das ist mir so nahe gegangen. Wir waren alle wie gebügelt“, erinnert sich Roth. Wieder in Deutschland, leitete der Verein sofortige Hilfsmaßnahmen ein, schickte Hilfsgüter und finanzierte die Erneuerung der sanitären Anlagen.

Dr. Diethardt Roth erhielt bereits in diesem Jahr eine Ehren- und Dankesurkunde von der weißrussischen Stadt Vitebsk für seine humanitären Bemühungen. Nichtsdestotrotz dürfe der Strom an Hilfsgütern nicht versiegen, betont Roth immer wieder: „Es fehlt dort an allem.“

Am Freitagmorgen bereitet er zusammen mit Mitarbeitern der Stadt Melsungen den jüngsten Hilfstransport nach Weißrussland vor. „Unser Dank gilt den Spendern und Helfern, ohne die wäre das alles nicht möglich“, so Roth. 16 Betten sowie sechs Gehhilfen und 13 Spinde spendete das Melsunger Krankenhaus. Vor seiner langen Reise steuert der Lastwagen außerdem noch Homberg an. Am dortigen Gesundheitszentrum werden 17 Betten und vier Spinde verladen. Nach einem Stopp in der niedersächsischen Stadt Clenze, wo weitere Hilfsgüter hinzu kommen, bewegt sich der Lkw dann weiter in Richtung Weißrussland.

„Ich helfe diesen Menschen, weil sie für mich Geschöpfe Gottes sind und weil ich der Überzeugung bin, dasss Menschen menschenwürdig leben sollten“, beschreibt Roth die Motivation hinter seiner humanitären Arbeit. „Man wird leider nicht mehr jünger“, sagt Roth. „Aber ich sehe die Diakonie als Herausforderung im Alter.“ Hintergrund

Von Till Slawik

Quelle: HNA

Kommentare